• Eine kaputte Ölheizung kann unter Umständen für wenige hundert Euro repariert werden.
  • Bei größeren Schäden lohnt sich der Blick auf das Alter: Greift ohnehin bald ein Brennkesselverbot?
  • Je nach Schaden ist die Preisspanne für Reparaturen groß, wir nennen einige Beispiele.

Im Gebäudebestand sind Gas- und Ölheizungen weiterhin verbreitet. Rund drei Viertel aller Wohnungen in Deutschland werden noch mit fossilen Brennstoffen beheizt. Das zeigen die Daten der statistischen Ämter von Bund und Ländern auf Basis des Zensus von 2022. Bis zur angestrebten Klimaneutralität im Jahr 2045 dürfen diese Anlagen weiterlaufen. Ist eine Heizung noch vergleichsweise neu, gilt ihr Weiterbetrieb nach Einschätzung vieler Energieexperten als sinnvoll.

Ölheizung noch erneuern? Diese Altersgrenze ist eine Orientierung

Wichtig: Ehe es an eine Reparatur geht, sollten Hausbesitzer prüfen, dass eine Heizung absehbar nicht unter die Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen nach 30 Jahren fällt. Diese betrifft primär Heizungen mit Konstanttemperaturkessel, die nicht unter eine der Ausnahmen für das Brennkesselverbot fallen. Das Alter einer Heizungsanlage ist aber noch aus einem anderen Grund relevant: Es dient als Orientierung, ob sich eine Erneuerung lohnt.

Die Experten vom Fachportal "Das Haus" schreiben, sofern die Ölheizung noch jünger als 30, aber nicht älter als 15 Jahre sei, könne es sich lohnen, diese nicht komplett auszutauschen, sondern nur Einzelteile neu zu kaufen. Als ein Beispiel nennen die Autoren den Tausch der Heizungspumpe. Auch ein sogenannter hydraulischer Abgleich der Heizung kann helfen. Bedacht werden sollte dabei, dass auch diese Maßnahmen Geld kosten.

MaßnahmeKosten
Brennwertkessel2500 bis 6000 Euro
Öltank (3000 Liter)2000 bis 4000 Euro
Schornsteinsanierung1000 bis 1500 Euro
Wasserspeicher500 bis 1.600 Euro
Ölpumpe100 bis 200 Euro

Quellen: co2online.de und heizung.de, berücksichtigt werden jeweils die Kosten für das Bauteil und die Inbetriebnahme (Installation)

Die Preise in der Tabelle sind Richtwerte und stammen aus Daten der Fachportale "Heizung.de" und "Co2online". Andere Online-Portale geben die Preise für die Bauteile auch etwas höher oder niedriger an. Zu beachten ist, dass es sich um Richtwerte handelt. Je nach Heizung und Installationsaufwand können die Kosten variieren. Daher kann es sinnvoll sein, sich vor der Erneuerung einer Ölheizung einen Kostenvoranschlag machen zu lassen.

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Ölheizung reparieren: Auch laufende Kosten sollten einkalkuliert werden

Auch sollte man bei der Frage, ob man nur einzelne Teile tauscht oder gleich in eine komplett neue Heizung investiert, die Kosten für die Brennstoffe einbeziehen. Denn wer mit Öl oder Gas heizt, muss in den kommenden Jahren den CO₂-Preis einkalkulieren, der perspektivisch weiter steigt. Wer sich davon unabhängiger machen möchte, kann eine hybride Lösung in Betracht ziehen. Neben der Ölheizung nutzt man ergänzend noch eine weitere Heizung.

Denkbar ist etwa eine Kombination aus Ölheizung und Wärmepumpe oder eine Ölheizung mit Photovoltaik. Ein Energieberater kann bei der Heizungsplanung helfen. Auch Verbraucherzentralen bieten Beratungen an. Was für Kombinationsmöglichkeiten es gibt und wie viel diese Lösungen kosten, fasst das Fachportal "Das Haus" zusammen. Die folgenden Daten sind Richtwerte, denn auch hier variieren die Preise nach Umfang und Größe.

HeizungKosten
Öl und Wärmepumpe12.000 bis 45.000 Euro (je nach Art)
Öl und Pelletheizung18.000 bis 29.000 Euro
Öl und Solarthermie14.000 bis 22.000 Euro

Sinnvoll sei eine solche hybride Lösung, wenn man seine Ölheizung nicht vollständig mit einem neuen Heizsystem ersetzen könne, heißt es von Fachleuten. Zwar gibt es für diese hybriden Lösungen keinen Heizungs-Tausch-Zuschuss, aber die Grundförderung für eine Wärmepumpe oder Pelletheizung können Verbraucher beantragen. Ebenfalls beachten sollte man, dass die Ölheizung – die man im hybriden System nutzen möchte – nicht zu alt ist.