Bei der Betreuung von Schwangerschaft und Geburt geht es in Deutschland vornehmlich um Risiken, kritisiert Ulrike Hauffe. „Das prägt Frauen ein Leben lang“, sagt die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende der Krankenkasse Barmer. Sie drängt auf umfassende Reformen.

Frau Hauffe, Sie fordern für die Zeit nach der Bundestagswahl einen Nationalen Geburtshilfegipfel. Was läuft aus Ihrer Sicht denn schief?

Ulrike Hauffe: Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 780.000 Kinder geboren. Und doch hat das Thema Geburtshilfe in der Gesundheitsversorgung einen nachrangigen Wert. Es werden Kliniken geschlossen, auch weil die Finanzierung der Geburtshilfe nicht auskömmlich zu sein scheint. In der Pandemie hat sich die Situation werdender Eltern verschärft.

Wieso das denn?