Es fing kurz vor meinem 31. Geburtstag an: „Was machst du, wenn du einfach nicht schwanger wirst? Ich finde heraus, warum“ und „Let’s talk about Baby“ waren Werbeclaims des Start-ups Avery Fertility, die mir auf der Social-Media-Plattform Instagram ausgespielt wurden.

Das Unternehmen verkauft Fruchtbarkeitstests für zu Hause. Und erkannte in mir – einer damals noch 30-jährigen, kinderlosen Frau – offenbar eine potenzielle Kundin.

Dass ich plötzlich zum Adressatenkreis eines Kinderwunsch-Start-ups gehörte, fand ich ziemlich witzig. So funktioniert zielgruppengenaue Werbung, dachte ich. Ich verschickte Screenshots an Freunde und schrieb: „Meine Familie ist nicht mehr die Einzige, die Druck macht.“ Wir lachten. Und fanden es absurd.

Fast jedes zehnte Paar ist ungewollt kinderlos