Schadstoffe

Stiftung Warentest: Krebserregende Stoffe in Ferngläsern

Stiftung Warentest warnt vor Schadstoffen in Ferngläsern. Nur ein Produkt war frei von schädlichen Substanzen. 16 Mal „Mangelhaft“.

Die Stiftung Warentest hat Ferngläser untersucht – und ein vernichtendes Urteil gefällt. (Symbolbild)

Die Stiftung Warentest hat Ferngläser untersucht – und ein vernichtendes Urteil gefällt. (Symbolbild)

Foto: ERIC AUDRAS / imago/PhotoAlto

Berlin.. Ihre optischen Eigenschaften seien okay, dennoch schlagen die Verbraucherschützer Alarm: Stiftung Warentest hat in 16 von 17 untersuchten Ferngläsern schädliche Substanzen entdeckt. Darunter besonders kritische, die die Europäische Chemikalienagentur als krebserregend einstuft.

17 Produkte aus der verkaufsstärksten Preisklasse bis 500 Euro haben die Tester untersucht. Nur Hersteller Canon hätte dabei gezeigt, dass eine Produktion ohne Schadstoffe möglich sei: Canon liefert mit dem lichtschwachen 10x30 IS II mit Bildstabilisator (460 Euro) das einzig gute Fernglas im Test.

Lichtschwach heißt in diesem Fall, dass das Gerät wenig Licht einfängt und deshalb am besten am Tag funktioniert. Alle anderen Gläser waren mit Schadstoffen belastet – Gehäuse, Tragegurte oder auch die Augenmuscheln. 16 Mal gab es die Note „Mangelhaft“.

Stiftung Warentest: Hohe Anforderungen an Ferngläser angelegt

Weil Ferngläser Produkte sind, mit denen Verbraucher länger in Hautkontakt sein können, hat die Stiftung Warentest hohe Anforderungen an die Schadstoff-Werte angelegt.

„Nach dem Prinzip des vorsorgenden Verbraucherschutzes orientieren wir uns bei den Grenzwerten am GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, auch wenn keines der geprüften Produkte das GS-Zeichen trug“, schreibt die Stiftung in einem Bericht der Zeitschrift „test“.

Für Produkte, die länger als 30 Sekunden mit Haut in Kontakt kommen, erlaubt das GS-Zeichen für acht krebserregende Stoffe maximal 0,5 Milligramm pro Kilogramm Kunststoff oder Gummi. 13 getestete Produkte hätten die Werte überschritten. „Darüber hinaus entdeckten wir Weichmacher, die als fortpflanzungsgefährdend gelten“, heißt es in dem Bericht weiter.

Vier angeblich wasserdichte Ferngläser undicht

Vier der Gläser wären den Angaben zufolge aber auch ohne Schadstoffe nicht zu retten gewesen: Die als wasserdicht deklarierten Modelle Minox BF 10x25 BR, Steiner Safari Ultrasharp 10x26, Vanguard Spirit XF 1042 und Apeman BC100 waren undicht. Nach 30 Minuten in einer Wassertiefe von einem Meter waren die Objektive undurchschaubar trüb.

Testsieger wurde das Canon 10X30 IS II, beste optische Eigenschaften hatten das Steiner Skyhawk 4.0 (480 Euro) und das Zeiss Terra ED 10x42 (445 Euro). Deren abnehmbare Tragegurte allerdings waren mit krebserregenden Substanzen belastet.

Weitere Ergebnisse der Stiftung Warentest:

(kai)