Mobilität

E-Scooter sind jetzt zugelassen – Das muss man wissen

E-Scooter sind in Deutschland ab diesen Samstag zugelassen. Welche Roller sind erlaubt, wer darf wo fahren? Wichtige Fragen und Antworten.

Ein Frau fährt in Brüssel auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg.

Ein Frau fährt in Brüssel auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg.

Foto: Eric Lalmand / dpa

Berlin. Kleine, elektrisch betriebene Tretroller können demnächst auch ganz offiziell durch deutsche Städte flitzen:

Am Samstag trat die Verordnung mit der generellen Zulassung von Elektro-Tretrollern in Deutschland und den technischen Anforderungen in Kraft.

Hersteller und Verleihfirmen können nun weitere Vorbereitungen angehen, damit Fahrer ab 14 Jahren mit den Gefährten noch in diesem Sommer losrollen können – wohl frühestens im Juli dürfte es in vielen Städten soweit sein.

Was ist eigentlich ein E-Scooter? Wie teuer ist er im Schnitt? Und wo kann ich eigentlich damit überall fahren? Ein Überblick, welche Gefährte erlaubt sind und worauf Verbraucher bei Kauf und Nutzung achten müssen.

E-Scooter – Das Wichtigste über die neuen Elektroroller in Kürze:

• 20 Kilometer pro Stunde dürfen E-Scooter maximal fahren

• Sie unterliegen der Versicherungspflicht

• Einen Führerschein braucht man nicht

Was ist ein E-Scooter?

Der Begriff ist häufig etwas irreführend. Offiziell gehören E-Scooter zwar zur Kategorie der Elektroroller. Allerdings gibt es wesentliche Unterschiede wie etwa bei der Sitzbank. Im Gegensatz zu Elektroroller lassen sich die vom Bundesrat gebilligten E-Scooter problemlos zusammenklappen. Auf den meisten muss man stehen, es gibt aber auch E-Scooter mit Sitz.

Was kosten E-Scooter?

Die Preise für E-Scooter sind unterschiedlich. Sie liegen aber zwischen 1000 und 4500 Euro. Warum variiert der Preis so stark? Das hängt vor allem mit der Anzahl der Batterien zusammen. Zudem sind die E-Scooter unterschiedlich verbaut.

E-Scooter: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Nach derzeitigem Stand muss der E-Tretroller über eine Lenk- oder Haltestange und über zwei voneinander unabhängige Bremsen für Vorder- und Hinterrad verfügen. Die Beleuchtung muss wie beim Fahrrad ausgeführt sein, Vorder- und Rücklicht sowie die vorgeschriebenen Reflektoren sind Pflicht, Blinker und Bremslicht sind erlaubt, aber kein Muss. Eine Klingel ist ebenfalls vorgeschrieben.

Sind E-Scooter versicherungspflichtig?

Außerdem brauchen die Roller eine Allgemeine Betriebserlaubnis bzw. eine Einzelbetriebserlaubnis. Eine Versicherungsplakette, ähnlich dem Versicherungskennzeichen an Mofas, muss ebenfalls angebracht sein, um den Haftpflichtschutz nachzuweisen. Laut erster Aussage der Versicherungsunternehmen wird eine solche Police etwa 35 bis 40 Euro jährlich kosten.

• Hintergrund: Verkehrsexperte: E-Scooter-Streit ist wieder typisch deutsch

Wer darf E-Scooter fahren?

Im Verordnungsentwurf wurde noch zwischen E-Scootern mit Höchstgeschwindigkeiten von 12 km/h und 20 km/h unterschieden. Doch der Bundesrat hat entschieden: das Mindestalter soll generell bei 14 Jahren liegen.

Abgesehen werden keine weiteren Anforderungen an den E-Scooter-Fahrer gestellt. Einen Führerschein braucht man nicht, auch keinen Helm – alle Experten raten aber dringend dazu, dennoch einen zu tragen.

Wo darf ich mit dem Elektro-Tretroller fahren?

Dem ursprünglichen Plan, Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h auch auf Gehwegen zuzulassen wurde wieder verworfen.

Verkehrsminister Andreas Scheuer erklärte, langsame E-Tretroller doch nicht auf dem Bürgersteig zulassen zu wollen. Stattdessen werden die E-Scooter den Radweg – und wo nicht vorhanden, die Straße – benutzen müssen.

E-Scooter: Reporterin testet Elektro-Roller
Redakteurin testet Elektro-Roller

Welche E-Scooter mit Zulassung gibt es zum Start?

Bislang sind nur zwei Modelle verfügbar, sie dürfen aufgrund einer Sondererlaubnis jetzt schon genutzt werden: der Metz Moover (ab 2000 Euro) und der BMW X2City (ab 2400 Euro). Beide Modelle sind im Vergleich zu typischen E-Scootern deutlich am oberen Ende der Preisskala angesiedelt.

Der ebenfalls in Deutschland ansässige Hersteller IO Hawk will aber in den kommenden Wochen gleich zwei Modelle mit Straßenzulassung verkaufen. Einerseits das neue Modell „Exit-Cross eScooter“ (ab 1000 Euro), sowie eine überarbeitete Version des bereits erhältlichen E-Scooters „Sparrow“ (ab 550 Euro). Für letzteres Modell habe man bereits die Tüv-Prüfung erfolgreich abgeschlossen, beim „Exit-Cross eScooter“ stehe dies unmittelbar bevor, so ein Unternehmenssprecher.

Kann ich meinen bereits gekauften E-Scooter nachrüsten, damit er auch auf die Straße darf?

IO Hawk etwa hat bereits einen Nachrüstsatz für schon verkaufte „Sparrow“-Roller entwickelt. Doch ob sie zum Einsatz kommen können, sei rechtlich noch offen, so der Sprecher. Denn die Frage, ob Nachrüstungen generell erlaubt sein werden, sei bislang ungeklärt. Das Bundesverkehrsministerium erklärt dazu auf seiner Website, dass Nachrüstungen bereits verkaufter Fahrzeuge durchaus möglich sein werden.

Der Hersteller müsse für die entsprechenden Umbauten dann allerdings eine Allgemeine Betriebserlaubnis beantragen. Kümmert sich der Hersteller nicht darum, könnten Besitzer eines entsprechend der Verordnung ausgestatteten E-Scooters auch eine Einzelbetriebserlaubnis beantragen. Das dafür notwendige Gutachten dürfte allerdings sehr kostspielig sein.

Besitzer von günstigen E-Tretrollern aus Fernost sollten sich besser keine allzu großen Hoffnungen auf entsprechende Nachrüstungen durch den Hersteller machen. Ihre Roller werden wohl auch künftig nicht in Deutschland zugelassen sein.

Wie sollten E-Scooter-Fans beim Kauf vorgehen?

Aktuell ist Geduld ratsam: Die Zahl der offiziell als Elektrokleinstfahrzeuge zugelassenen E-Scooter dürfte in den kommenden Wochen und Monaten deutlich zunehmen, die Preise entsprechend sinken. Aktuell ist die Auswahl dagegen noch übersichtlich.

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