Warentest

Zu viele Schadstoffe – Viele Laufräder fallen im Test durch

Für viele Kinder beginnt das Radfahren auf Laufrädern. Doch in vielen stecken Schadstoffe. Im Test schnitten nur drei mit „gut“ ab.

Für viele Kinder beginnt das Radfahren mit einem Laufrad. Doch viele fallen im Test durch.

Für viele Kinder beginnt das Radfahren mit einem Laufrad. Doch viele fallen im Test durch.

Foto: Thomas Trutschel/photothek.net / imago/photothek

Berlin.  Rauf aufs Laufrad – und los! Radfahren beginnt für viele Kinder auf einem Laufrad. Damit werden Koordination und Gleichgewicht trainiert, bis es dann auf einem richtigen Rad weitergeht. Aber nur wenige Laufräder sind wirklich gut. Das ist das Ergebnis eines Tests von insgesamt 15 Laufrädern.

Bei der Stiftung Warentest schneiden aktuell elf der 15 Laufräder „mangelhaft“ ab. Der Grund: Sitze, Griffe oder Reifen weisen „kritische Mengen an Schadstoffen“ auf. Gefunden wurden vor allem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), aber auch das Flammschutzmittel TCPP, heißt es in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 12/2018).

Besonders kritisch sind demnach Schadstoffe in Griffen und Sätteln. Einige PAK können Krebs erzeugen, Erbgut schädigen oder fruchtschädigend wirken.

Getestet wurden Laufräder dieser Marken:

  • Early Rider
  • Hudora
  • Kokua
  • Puky
  • Rebel
  • SCool
  • Bikestar
  • BTwin
  • Chillafish
  • Cube
  • Kellys
  • Spezialized
  • Kettler
  • Strider

Laufräder – Langfristige Schäden für Gesundheit

Die gefundenen Schadstoffe haben laut der Tester tatsächlich Auswirkungen auf die Gesundheit: Akut giftig seien die gefundenen Mengen zwar nicht. Aber sie könnten langfristig die Gesundheit schädigen, etwa wenn Kinder sie über die Haut aufnehmen.

Eine eigene Norm für Laufräder gebe es nicht, und die Räder erfüllen alle gesetzlichen Bestimmungen, erklärt Nico Langenbeck von der Stiftung Warentest. Die Tester legten hier aber die für Kinderspielzeug geltenden Grenzwerte oder die des gesetzlich geregelten, aber freiwilligen GS-Zeichens an.

Schadstoffe für Käufer in Laufrädern kaum feststellbar

Für die Käufer ist schwer zu ermitteln, ob ein Laufrad Schadstoffe aufweist oder nicht. „Ob Teile der Räder Schadstoffe aufweisen, können Käufer in der Regel nicht selbst feststellen“, sagt Langenbeck. Er gibt aber einen Hinweis: Ein unangenehmer Geruch kann – muss aber nicht – ein Indiz für Schadstoffe sein. Im Zweifel sei der Hersteller zu kontaktieren.

Dass es besser geht, zeigt das Drittel, das „gut“ abschneidet.

Diese Laufräder schnitten im Test „gut“ ab:

  • Puky Laufrad LR1 (circa 73 Euro)
  • BTwin Runride 100 (ca. 35 Euro)
  • Kettler Speedy 10“ (ca. 40 Euro)

Dieses Laufrad bekam die Note „befriedigend“:

  • Chillafish BMXie-RS (ca. 89 Euro)