Gesellschaftsspiele

Trends von der Spielemesse: Tüfteln und knobeln im Team

In Essen öffnet die weltgrößte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele, 1400 Neuheiten werden vorgestellt. Fünf Tipps von der Messe.

Für Mini-Detektive: Beim Spiel „Code Breaker“ gilt es, unter Zeitdruck ein elektronisches Schloss zu knacken.

Für Mini-Detektive: Beim Spiel „Code Breaker“ gilt es, unter Zeitdruck ein elektronisches Schloss zu knacken.

Foto: Simone Schneider/Kosmos

Essen.  Teamgeist ist bei der weltgrößten Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele (25. bis 28. Oktober in Essen) besonders gefragt. Etwa die Hälfte der 1400 Neuheiten, die in den Essener Messehallen gezeigt werden, sind kooperative Spiele: Gespielt wird nicht gegeneinander, sondern die Spieler verfolgen gemeinsam ein Ziel. Fünf Spiele, die der Redaktion aufgefallen sind.

„Punto“ – für Kartenspieler

Das Grundprinzip von „Punto“ ist bekannt: Wer seine Farbe in eine diagonale oder gerade Vierer-Reihe bringt, gewinnt. Gespielt wird mit Karten, die maximal neun Punkte zeigen, zufällig vom eigenen Nachziehstapel gezogen und in die Tischmitte gelegt werden.

Der Clou ist: Spieler A darf die Karte von Spieler B überdecken, wenn seine Karte mehr Punkte als die Karte von Spieler B zeigt. Mit etwas Glück lassen sich die Pläne der Mitspieler also geschickt durchkreuzen.

Fazit: Ein pfiffiges Legespiel für unterwegs, denn die handliche Blechdose passt in jede Hosentasche.

„Punto“ von Bernhard Weber, erschienen bei Game Factory. 2-4 Spieler ab 7 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 6 Euro

„Shadows – Amsterdam“ – für Kombinierer

Mit Bildern die Mitspieler ohne Worte an bestimmte Stellen auf dem Spielplan zu lotsen? Ja, das funktioniert. Voraussetzung ist, dass die Spieler bei „Shadows – Amsterdam“ lernen, wie ihre Teamkollegen „ticken“. Ein Beispiel: Die Spieler sollen mit ihrer Figur auf diejenige Bezirkskarte rücken, die eine Tür zeigt.

Wie schön, wenn der Teamführer in der aktuellen Auslage auf eine Karte mit Schlüsseln hinweisen und damit einen guten Tipp geben kann. Doch was tun, wenn diese offensichtliche Verknüpfung fehlt und die Details auf den fantasievoll gestalteten Karten kaum weiterhelfen?

Fazit: Gut geeignet für Spieler, die ein gutes Bauchgefühl haben und schnell, aber mit Bedacht, passende Plättchen-Kombinationen entdecken.

„Shadows – Amsterdam“ von Mathieu Aubert, erschienen bei Libellud/Asmodee. 2-8 Spieler ab 10 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 23 Euro

„Honga“ – für Abwägende

„Honga“ ist ein gelungenes Familienspiel mit hohem Glücksfaktor. Doch auch Taktieren ist möglich, denn Waren und Siegpunkte können auf diversen Wegen ergattert werden. Zentral sind vier runde Felder, auf denen die Spieler anhand von unterschiedlich wertvollen Scheiben markieren, welche Aktionen sie ausführen wollen. Welches Feld wähle ich aus? Ständig stehen die Spieler vor der Qual der Wahl.

Zu überlegen ist auch, wie riskant gerade der Säbelzahntiger Honga ist. Wer ihn vernachlässigt, verliert zwar eine Ware, aber gewinnt eventuell viele Punkte. Clever abzuwägen, welche Schritte als Nächstes am sinnvollsten erscheinen, hat bei „Honga“ oberste Priorität.

Fazit: unkompliziert und kurzweilig.

„Honga“ von Günter Burkhardt, erschienen bei Haba. 2-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 45 Minuten, ca. 30 Euro

„EXIT Kids – Code Breaker“ – für Rätselfreunde

Wenn „EXIT Kids – Code Breaker“ im Spielmodus „Timer“ gespielt wird, ist Eile angesagt: Schaffen es die Spieler gemeinsam, innerhalb von fünf Minuten, den Code an dem elektronischen Schloss zu knacken? Ansonsten empfiehlt es sich, in den leichteren Modus zu wechseln und sich ohne Zeitdruck an den unterschiedlich schweren Buchstaben-, Bilder- und Zahlen-Rätseln zu probieren.

So oder so gilt: Um Schritt für Schritt voranzukommen, sind Konzen­tration und detektivischer Spürsinn gefragt. Sowohl auf Karten als auch auf runden Plättchen finden sich Hinweise, die es schlau zu deuten und zu kombinieren gilt – etwa mithilfe eines Rotlichtfilters, einer Spiegelfolie und einer UV-Taschenlampe.

Fazit: Super geeignet für Grundschulkinder mit Entdeckungstrieb.

„EXIT Kids – Code Breaker“ erschienen bei Kosmos. 1-4 Spieler ab 7 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 35 Euro

„Polar Party“ – Für Zocker

„Polar Party“ hat gute Chancen, ein Spiele-Hit für Kinder zu werden. Denn wie cool ist das denn: Die Spieler können sich zu Beginn der Partie selbst ihren Eisberg formen und auch der Wal Wilbur, der in der Mitte des Tisches liegt und ein aufklappbares Maul hat, ist ein toller Hingucker. Wer sich mit den passenden Würfelwürfen den größten Fischvorrat aus dem Meer angelt, gewinnt.

Doch Obacht: Fische, die ungesichert vor einem Spieler liegen, können von Wilbur gefressen werden. Daher ist es ratsam, seinen Fang immer mal wieder zu sichern. Wie das funktioniert und was es abzuwägen gilt, wird in der Anleitung gut erklärt.

Fazit: „Polar Party“ reizt zu immer neuen Partien und ist super dazu geeignet, um Kinder an Risikospiele heranzuführen.

„Polar Party“ von Liesbeth Bos und Anja Dreier-Brückner, erschienen bei Pegasus. 2-4 Spieler ab 5 Jahren, ca. 10-20 Minuten, ca. 25 Euro

Spiel ’18 – Tageskarten:
Erwachsene 13 Euro, Kinder (bis 12) 7 Euro, Familien (max. 5 Personen) 30 Euro.
Merz Verlag