Finanzen

Mit diesen Tricks bleibt mehr Geld in der Haushaltskasse

Viele Verbraucher verlieren den Überblick über die Finanzen. Oft häufen sich unnötige Ausgaben an. So bekommt man sie in den Griff.

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Die Deutschen machen immer mehr Schulden, zeigt der aktuelle Schuldneratlas der Auskunftsdatei Creditreform. Einer der Gründe: Weil es sich mit Minizinsen schlecht sparen lässt, geben Verbraucher ihr Geld lieber aus – und kaufen sogar zinslos auf Pump. Meist vergessen wird dabei die private Haushaltskasse: Die Gefahr, den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu verlieren, steigt.

Dabei wäre nun Zeit, sich realistische Einsparziele zu setzen: "Vor allem Haushalte, in denen das Geld immer knapp ist, sollten zum Jahreswechsel überlegen, wie sie ihre Finanzen besser in den Griff bekommen", sagt Josephine Holzhäuser, Referentin für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Hier sind Tipps für Verbraucher, die sich unnötiger Ausgaben entledigen möchten.

Jahreskalender führen

Vielen Verbrauchern passiert es, Kündigungstermine für einen nicht mehr benötigten oder zu teuren Vertrag zu verpassen. "Bei dem einen ist das die früher einmal sinnvolle Reiseversicherung und die Mitgliedschaft im Fitnessclub, bei dem anderen der überteuerte Strom- oder Handyvertrag. Wer da heraus möchte, sollte sich jetzt schon den nächstmöglichen Kündigungstermin notieren", rät Holzhäuser.

Praktisch ist hierfür ein Haushaltskalender 2017, den der Sparkassen-Beratungsdienst kostenlos anbietet (www.geld-und-haushalt.de oder Telefon 030/204 55 818). Darin können Verbraucher auch alle ihre Fixkosten termingenau in Listen eintragen und den eigenen Einnahmen gegenüberstellen. "Früh erkennen, wenn das Budget aus der Balance gerät, und schnell gegensteuern", gibt der Dienst als Jahresmotto aus.

Steuerschätzer sagen Staat höhere Einnahmen voraus

Die Experten gehen davon aus, dass die Steuern von rund 696 Milliarden Euro in diesem Jahr bis 2021 stetig auf etwa 836 Milliarden Euro steigen. Bundesfinanzminister Schäuble sieht Bund, Länder und Gemeinden für anstehende Herausforderungen gut ge...
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Versicherungen prüfen

Oft ist das Loch, das Versicherungskosten in die Kasse reißen, unnötig groß. Ein Grund: "Viele Verbraucher lassen ihre Policen im Ordner verrotten, statt sie von Zeit zu Zeit auf den neusten Stand zu bringen", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). So zeigen Tarifvergleiche der Stiftung Warentest, dass ein Anbieterwechsel oft Hunderte Euro an Ersparnis bringt. Wichtig ist auch, die Policen an veränderte Verhältnisse anzupassen.

Haben etwa zwei Versicherte geheiratet, können sie eine von zwei Hausratversicherungen kündigen. Was viele nicht wissen: Dies gilt in diesem Fall auch für Paare ohne Trauschein, die zusammenleben. Etliche Policen halten Verbraucherschützer generell für unnötig. Dazu zählen etwa Handy-, Brillen-, Glasbruch-, Reisegepäck-, Insassenunfall- und Sterbegeldversicherungen. Tipp: Eine App des BdV hilft, den individuellen Versicherungsbedarf zu ermitteln ("Bedarfscheck", kostenlos abrufbar in App-Stores).

Energiekosten einsparen

Einfachste Kniffe bringen bares Geld. Beispiel Kühlschrank: Er muss nicht eiskalt sein – sieben Grad reichen aus, wie die Deutsche Energie-Agentur betont. Ist das Gerät nur zwei Grad kälter eingestellt, erhöhe sich der Stromverbrauch um etwa zehn Prozent.

Auch regelmäßiges Abtauen verringert die Kosten – was gerade jetzt im Winter gut gelingt, weil sich Gefriergut im Freien zwischenlagern lässt. Oder die Heizung: Jedes Grad weniger im Zimmer senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent.

Ansparen statt Kredit

Steht im Laufe des Jahres eine größere Anschaffung oder ein Urlaub an, die nicht aus dem laufenden Gehalt oder dem Ersparten bezahlt werden können, ist Ansparen sinnvoll. "Wer 50 oder 100 Euro monatlich zurücklegt, ist später nicht gezwungen, einen Ratenkredit aufzunehmen, der dann Zinsen kostet", rät Finanzexpertin Holzhäuser.

Belege sammeln

Dass sich das Sammeln von Belegen lohnt, zeigt sich oft erst am Jahresende. Beispiel Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenkasse: Ab einer bestimmten Höhe können sich Versicherte von ihnen befreien lassen.

Auch wenn anfangs ein Überschreiten dieser Grenze nicht absehbar ist: Kommen unvorhergesehene Zuzahlungen für Medikamente oder Klinikaufenthalte im Jahresverlauf dazu, sollten alle Belege von Januar an vorhanden sein. Sie können durchaus für eine Befreiung den Ausschlag geben.

Haushaltsbuch führen

Wer sparen will, muss wissen, wohin sein Geld tagtäglich verschwindet. Da das althergebrachte Haushaltsbuch vielen Verbrauchern zu antiquiert erscheint, gibt es vom Sparkassen-Beratungsdienst auch eine Online-Variante, die per PC, Smartphone oder Tablet geführt werden kann (www.beratungsdienst-guh.de/budgetplaner).

Die Empfehlung: alle Kassenbons in einer Box sammeln und die Beträge abends – oder unterwegs gleich online – in das Haushaltsbuch eintragen, um "schon nach wenigen Wochen gezielt Einsparpotenziale aufzudecken", so der Beratungsdienst.

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