Sensible Daten von Revolut-Kunden sind in die Hände von Kriminellen gelangt. Nun steht eine Millionenforderung im Raum. Nach Berichten der „Financial Times“ sollen rund 680 Kunden des Fintechs betroffen sein. Dabei beruft sich das Nachrichtenportal auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Revolut bestätigt gegenüber unserer Redaktion einen Vorfall, möchte aber keine genauen Zahlen nennen und spricht lediglich von einer „begrenzten Zahl Betroffener“. Nach eigenen Angaben zählt Revolut mehr als 80 Millionen Privatkunden weltweit. In Deutschland hatte das Unternehmen Anfang 2026 die Marke von drei Millionen Kunden überschritten.

Datenpanne bei Revolut: Täter erschleichen sich Zugriff auf Kundendaten

Nach bisherigem Stand wurden die Systeme von Revolut nicht gehackt. Stattdessen sollen die Täter eine kompromittierte E-Mail-Adresse einer italienischen Behörde genutzt und über diese vermeintlich offizielle Auskunftsanfragen an Revolut gestellt haben. Das Unternehmen hielt die Anfragen offenbar für echt, fiel auf die Phishing-Mail rein und übermittelte Kundendaten.

Nach Informationen der „Financial Times“ sollen sich die Täter als Vertreter von Strafverfolgungsbehörden ausgegeben und über mehrere Monate entsprechende Anfragen gestellt haben. Revolut spricht von einem „ausgeklügelten externen Betrugsversuch“. Nach der Entdeckung habe das Unternehmen die betreffende Adresse gesperrt. Zudem habe es Behörden sowie Datenschutz- und Finanzaufsichtsstellen informiert.

Eine Person tippt mit den Fingern auf einer beleuchteten Laptop-Tastatur. (gestellte Szene) (zu dpa: «Ultimatum abgelaufen – Hacker veröffentlichen sensible Daten»)
Die Kriminellen gaben sich offenbar als italienische Behörde aus. © Philip Dulian/dpa | Philip Dulian/dpa

Bei dem Vorfall legte Revolut nach bisherigem Stand persönliche und kontobezogene Informationen seiner Kunden offen. Die „Financial Times“ nennt unter anderem Ausweisdaten, Adressen, Kontoinformationen und Bitcoin-Aktivitäten. Revolut macht dazu keine konkreten Angaben.

Auf die Konten und Gelder der Kunden sollen die Täter allerdings keinen Zugriff erhalten haben, erklärt das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion. „Die App, die Systeme und Datenbanken von Revolut sind sicher und wurden nicht kompromittiert“, so ein Sprecher. Die betroffenen Personen seien direkt kontaktiert worden. Wegen der laufenden Ermittlungen könne Revolut derzeit nur begrenzt weitere Angaben machen.

Hacker sollen hohes Lösegeld fordern, Revolut weiß von nichts

Eine Hackergruppe, die für den Vorfall verantwortlich sein will, fordert nach Angaben der „Financial Times“ allerdings inzwischen drei Millionen US-Dollar von Revolut. Die Gruppe tritt unter dem Namen „iamnotavillain“ auf. Sie droht damit, die Kundendaten an andere kriminelle Gruppen zu verkaufen, sollte das Fintech innerhalb von 24 Stunden nicht zahlen. Revolut erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal „Reuters“ allerdings, bislang weder direkt von der Gruppe kontaktiert worden zu sein noch eine Lösegeldforderung erhalten zu haben.

Quellen:

Sprecher von Revolut gegenüber unserer Redaktion im September 2026.

Revolut says no direct demand received over alleged data breach, in: Reuters. Zuletzt abgerufen am 17.09.2026.

Hackers say they breached Italian state email to target Revolut „crypto whales“, in: Financial Times. Zuletzt abgerufen am 17.09.2026.

Hackers demand Revolut pay $3mn ransom after data breach, in: Financial Times. Zuletzt abgerufen am 17.09.2026.