Für viele Aktionärinnen und Aktionäre ist die Dividende ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von Aktien. Sorgen die Ausschüttungen doch für regelmäßiges passives Einkommen unabhängig von der Kursentwicklung. Für deutsche Anlegerinnen und Anleger dürfte 2026 ein ertragsreiches Jahr werden. Einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zufolge sollen die Zahlungen der 40 Dax-Konzerne so hoch wie noch nie ausfallen.

Demnach wächst die Dividendensumme gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf rund 55,5 Milliarden Euro. Doch die Studie zeigt auch: Nicht alle Unternehmen überzeugen gleichermaßen. Während einige mit besonders hohen oder verlässlichen Ausschüttungen punkten, enttäuscht eine Branche besonders.

Dividenden 2026: Nicht nur Gewinner im Rekordjahr

Insgesamt 29 von 40 Dax-Unternehmen erhöhen 2026 ihre Ausschüttungen. Ein besonders schnelles Dividenden-Wachstum verzeichnen mit Commerzbank (69 Prozent) und Deutsche Bank (47 Prozent) zwei Finanztitel. Dazwischen platzieren sich der Triebwerk-Hersteller MTU Aero Engines (64 Prozent) und das Biotech-Unternehmen Qiagen (48 Prozent).

Commerzbank
Bei der Commerzbank schießen die Dividenden 2026 in die Höhe. Mehr Wachstum bietet kein Dax-Wert.© Michael Brandt/dpa | Michael Brandt

Vier Unternehmen haben ihre Gewinnbeteiligung im Vergleich zu 2025 gekürzt. Drei davon sind mit VW (minus 17 Prozent), Mercedes-Benz (minus 19 Prozent) und der Porsche Holding (minus 21 Prozent) aus der Automobilbranche. Auch BMW hat schon bessere Zeiten gesehen: Hier steht mit zwei Prozent für 2026 zwar ein leichtes Plus. Aber auch bei den Bayern liegt die Dividende derzeit 48 Prozent unter dem früheren Höchstwert. Ein Ausdruck der strukturellen Probleme in der Autoindustrie.

Rheinmetall, Münchener Rück & Co.: Welche Aktien stechen bei den Dividendenzahlern heraus?

Für viele Anleger vor allem interessant sind Aktien, die bei der Dividende eine besonders hohe Kontinuität oder ein besonders großes Wachstum aufweisen. In ihrer jährlichen Studie listet die DSW Papiere nach unterschiedlichen Kriterien. Dabei berücksichtigt die DSW nicht nur große Unternehmen aus dem Dax, sondern auch kleine und mittelgroße Unternehmen aus Mdax und Sdax sowie Nebenwerte, die in keinem der genannten Indizes vertreten sind.

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Dividenden-Aristokraten: Diese Unternehmen haben ihre Zahlungen kontinuierlich erhöht

Als Dividenden-Aristokraten werden in den USA Unternehmen bezeichnet, die ihre Ausschüttungen mindestens 25 Jahre in Folge steigern konnten. Eine lange Wachstumshistorie gilt als Indikator für einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil und eine freundliche Aktionärspolitik.

Die jährlichen Steigerungen sind zudem auch eine Art Bestätigung für die Gesundheit eines Unternehmens. Denn nur wer die Gewinne kontinuierlich ausbaut, kann sich auf Dauer auch steigende Dividendenzahlungen leisten. Im US-amerikanischen Aktienleitindex S&P 500 gibt es mehr als 60 dieser Serienerhöher. In Deutschland erfüllt dieses Kriterium keine einzige Aktie. Kurz davor steht immerhin der Schmierstoff-Spezialist Fuchs mit einer Wachstumshistorie von 24 Jahren. Insofern ist die Top 15 der DSW als Bewerberliste für den Dividenden-Adelstitel zu verstehen:

UnternehmenSerieDurchschnittliches Wachstum
Fuchs Vz. 24 Jahre12,5 Prozent p. a.
Cewe 17 Jahre6,7 Prozent p. a.
SAP 16 Jahre10,6 Prozent p. a.
MBB 16 Jahre10,4 Prozent p. a.
Symrise 16 Jahre5,9 Prozent p. a.
Nemetschek 13 Jahre16,3 Prozent p. a.
Adesso 13 Jahre11,9 Prozent p. a.
Atoss Software 12 Jahre23,6 Prozent p. a.
Mensch und Maschine 11 Jahre23,3 Prozent p. a.
Deutsche Börse 11 Jahre6,5 Prozent p. a.
DEFAMA 10 Jahre11 Prozent p. a.
IVU Traffic Technologies 9 Jahre18,6 Prozent p. a.
E.ON 9 Jahre11,7 Prozent p. a.
Patrizia 9 Jahre3,7 Prozent p. a.
DWS Group GmbH 8 Jahre9,1 Prozent p. a.

Zuverlässige Dividendenzahler: Hier wurde die Ausschüttung lange nicht gesenkt

Wer sich beim Investieren auf Dividenden fokussiert, will möglichst keine Rückschritte bei seinen Kapitaleinkünften hinnehmen. Dafür ist ein Blick auf die Jahre kontinuierlicher Zahlungen ohne Kürzungen interessant. Wenn ein Unternehmen beispielsweise über Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie seine Ausschüttungen mindestens beibehält, zeugt das von hoher finanzieller Stabilität und dem Willen, Investoren fortlaufend am Erfolg zu beteiligen. In der Top 15 der DSW haben das immerhin neun deutsche Aktien schon seit einem Vierteljahrhundert getan:

UnternehmenSerieDurchschnittliches Wachstum
Münchener Rück 25 Jahre 12,8 Prozent p. a.
SAP 25 Jahre 12,1 Prozent p. a.
Fuchs Vz. 25 Jahre 12 Prozent p. a.
Bechtle 25 Jahre 11,9 Prozent p. a.
Sedlmayr Grund 25 Jahre 9,1 Prozent p. a.
Henkel Vz. 25 Jahre 7,1 Prozent p. a.
Hornbach Holding 25 Jahre 5,9 Prozent p. a.
Beiersdorf 25 Jahre 4,5 Prozent p. a.
Paul Hartmann 25 Jahre 4,3 Prozent p. a.
FRoSTA 22 Jahre11,4 Prozent p. a.
MBB 20 Jahre12,6 Prozent p. a.
Atoss Software 19 Jahre 21,1 Prozent p. a.
KWS Saat 19 Jahre 8,4 Prozent p. a.
Symrise 19 Jahre 4,7 Prozent p. a.
W&W 19 Jahre 1,3 Prozent p. a.

Bitte beachten:

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Rasantes Dividendenwachstum: Hier steigen die Ausschüttungen seit 10 Jahren

Vielen Anlegerinnen und Anlegern sind auch hohe Dividendensteigerungen wichtig. Sie gelten als Zeichen für ein überdurchschnittlich wachsendes Geschäft und sorgen dafür, dass die Kapitaleinkünfte im besten Fall das Rennen gegen die Kaufkraftverluste durch Inflation gewinnen. Die DSW hat in ihrer Studie untersucht, welche Aktien in den vergangenen zehn Jahren ein besonders hohes durchschnittliches Dividendenwachstum vorweisen. Das sind die Top 15:

UnternehmenDurchschnittliches WachstumAnzahl Erhöhungen
Rheinmetall 26,5 Prozent p. a.9
Einhell 22,3 Prozent p. a.7
Scout24 19,6 Prozent p. a.9
KSB Vz. 16,6 Prozent p. a.6
Elmos Semiconductor 16,3 Prozent p. a.8
Eckert & Ziegler 16 Prozent p. a.8
Nemetschek 15,1 Prozent p. a.10
Init Innovation in Traffic 14,9 Prozent p. a.5
Mutares 14,8 Prozent p. a.6
Hochtief 12,7 Prozent p. a.8
Atoss Software 12,5 Prozent p. a.10
Bechtle 11,6 Prozent p. a.8
MLP 11,6 Prozent p. a.5
Münchener Rück 11,3 Prozent p. a.8
Talanx10,7 Prozent p. a.9

Dividenden-Investments: Darauf sollten Anleger achten

Anlegerinnen und Anleger sollten sich bei ihren Investitionsentscheidungen allerdings nicht ausschließlich auf derartige Daten verlassen. Sie bieten lediglich einen Anhaltspunkt für die Recherche. Denn nur weil ein Unternehmen in der Vergangenheit bei Dividendenwachstum oder -kontinuität geglänzt hat, muss das nicht für die Zukunft gelten.

So sollte ein Unternehmen beispielsweise nicht mehr als seinen Gewinn als Dividende auszahlen, denn das kann es nicht auf Dauer durchhalten. Außerdem ist Vorsicht bei sehr hohen Dividendenrenditen geboten. Diese sind häufig Folge eines sinkenden Kurses und weisen auf Probleme hin. Außerdem gilt: Viel Dividende ist zwar schön, am Ende zählt aber die Gesamtrendite eines Investments. Und diese setzt sich aus Kurs und Ausschüttungen zusammen. Dazu spannend ist unser Ratgeber: Aktien für Anfänger: Was Aktien sind und wie die Börse funktioniert

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