Wer beim Sparen flexibel bleiben will und trotzdem Zinsen kassieren möchte, sollte sich nach einem Tagesgeldkonto umsehen. Die Konditionen für Sparer steigen wieder, mehrere Banken haben ihre Tagesgeld-Zinsen zuletzt angehoben. Derzeit gibt es wieder Angebote mit bis zu 3,50 Prozent. Doch Sparer sollten genau hinschauen.

Tagesgeld: Hohe Zinsen meist nur für Neukunden

Ein Blick auf die aktuellen Top-Angebote zeigt: Hohe Zinsen gibt es vor allem im Rahmen befristeter Neukundenaktionen. Nach drei bis sechs Monaten sinken die Zinssätze oft deutlich. Auch die maximal verzinste Anlagesumme ist häufig begrenzt. Wir geben nachfolgend einen Überblick über einige Top-Zinsen am Markt:

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Raisin: Bis zu 3,50 Prozent Zinsen für drei Monate

Den höchsten Aktionszins für Neukunden bietet derzeit Raisin* mit 3,50 Prozent „Startzins“ für drei Monate und einem Maximalbetrag von 50.000 Euro. Raisin ist ein Vermittler von Zinsprodukten in ganz Europa. Für das Neukunden-Angebot gilt allerdings die deutsche Einlagensicherung. Danach können Sparer einen Anschlusszins von bis zu 2,02 Prozent erhalten, allerdings sollten Kunden darauf achten, bei welcher Bank sie ihr Geld anlegen.

Consorsbank: 3,40 Prozent – aber nur für kurze Zeit

Neukunden erhalten bei der Consorsbank* 3,40 Prozent pro Jahr für drei Monate auf Guthaben bis zu einer Million Euro. Damit ist das Angebot vor allem für Sparer mit höheren Summen interessant. Der Haken: Nach Ablauf der Aktion fällt der Zinssatz deutlich auf nur noch 0,80 Prozent pro Jahr. Wer das Konto länger nutzen will, sollte diesen Anschlusszins im Blick behalten.

Bank of Scotland: 3,25 Prozent Zinsen pro Jahr

Die Bank of Scotland* bietet Neukunden aktuell 3,25 Prozent pro Jahr auf Guthaben bis 100.000 Euro. Der Aktionszins gilt für drei Monate. Danach sinkt die Verzinsung auf 1,25 Prozent pro Jahr. Im Vergleich liegt das Angebot beim Einstiegszins leicht hinter den Spitzenreitern, beim Anschlusszins aber vor einigen Konkurrenten.

Tagesgeld bei ING & Co.: 3,0 Prozent Zinsen bei diesen Banken

Mit 3,0 Prozent Zinsen werben mehrere Anbieter:

  • BBVA*: 3,0 Prozent für sechs Monate auf bis zu 500.000 Euro, danach mindestens 0,5 Prozent p. a.
  • ING*: 3,0 Prozent für vier Monate auf bis zu 250.000 Euro, danach 0,75 Prozent p. a.
  • Suresse Direkt Bank*: 3,0 Prozent für vier Monate auf bis zu 250.000 Euro, danach 1,90 Prozent p. a.

Der Überblick zeigt: Die höchsten Zinsen gelten meist nur kurzfristig. Entscheidend ist daher der Anschlusszins, der häufig deutlich niedriger ausfällt.

Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETF? Was sich für Sparer eignet

Reicht ETF auf den MSCI World aus? Für den Wikifolio-Chef Andreas Kern nicht.
Auch Geldmarkt-ETFs können eine Alternative für Sparer sein. © iStock / Getty Images | Userba011d64_201

Wer sich vor sinkenden Zinsen schützen möchte, kann beispielsweise auf Festgeld setzen. Hier lassen sich die aktuellen Konditionen für einen festen Zeitraum – meist zwischen einem und fünf Jahren – garantieren. Der Nachteil: Das Geld bleibt über die gesamte Laufzeit gebunden. In unserem Festgeld-Vergleich finden Sie die besten Aktionen. Mehr dazu erfahren Sparer auch in unserem Artikel: „Festgeld oder Tagesgeld: Was ist besser?“

Eine weitere Alternative zum klassischen Tagesgeld können Geldmarkt-ETFs sein. Die börsengehandelten Fonds investieren in kurzlaufende Anleihen und Geldmarktpapiere. Sie bieten in der Regel höhere Renditen als Tagesgeld, bleiben aber deutlich flexibler als Festgeld. Allerdings unterliegen Geldmarkt-ETFs Kursschwankungen und fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.

Für Sparer, die sich näher mit dieser Option beschäftigen möchten, haben wir im Artikel „Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF?“ einen ausführlichen Vergleich erstellt.

Die ING hat ihre Konditionen für das Tagesgeldkonto angepasst - wir zeigen, was jetzt gilt.
In Deutschland gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank.© iStock / Getty Images | MicroStockHub

Tagesgeldkonto finden: Einlagensicherung schützt das Ersparte

Bei der Wahl des richtigen Tagesgeldkontos spielt auch die Einlagensicherung eine zentrale Rolle. In Deutschland schützt die gesetzliche Einlagensicherung Guthaben bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Sparer, die Angebote ausländischer Banken nutzen, sollten sich über die jeweiligen nationalen Sicherungssysteme informieren. Die Consorsbank unterliegt beispielsweise der französischen Einlagensicherung, die Suresse Direkt Bank und die BBVA dem spanischen Einlagensicherungsfonds. Auch hier gilt grundsätzlich eine Absicherung von 100.000 Euro pro Person. Die besten Tagesgeldangebote mit deutscher Einlagensicherung finden Sie hier.

Wichtig: Die Einlagensicherung bezieht sich immer auf den einzelnen Kunden bei einer Bank. Wer sein Vermögen auf mehrere Institute verteilt, erhöht damit automatisch den Gesamtschutz seiner Ersparnisse. Gerade bei größeren Summen kann sich diese Diversifikation also lohnen.

Tagesgeld-Vergleich: Rechner zeigt aktuelle Top-Zinsen

Der Tagesgeldmarkt bleibt in Bewegung. Ein regelmäßiger Check der aktuellen Zinsen kann sich auszahlen. In unserem Tagesgeld-Vergleich finden Sie weitere Top-Zinsen, aber auch mit unserem Rechner können Sie derzeit die besten Zinsen am Markt prüfen: