Die Berliner Neobank Trade Republic lockt mit dem Versprechen, Bitcoin und andere Kryptowährungen bereits ab einem Euro handeln zu können. Der Broker wirbt mit niedrigen Kosten und einer benutzerfreundlichen App. Doch halten diese Versprechungen einer genaueren Betrachtung stand? Wir haben das Angebot geprüft und erklären, für wen sich der Broker zum Bitcoin-Kauf eignen kann und für wen eher nicht.
Bitcoin bei Trade Republic: Diese Funktionen bietet der Neobroker
Trade Republic* bietet seinen Kundinnen und Kunden laut eigenen Angaben Zugang zu über 50 Kryptowährungen – von Bitcoin und Ethereum bis hin zu weniger bekannten Altcoins wie Cardano und Ripple (XRP). Der Handel ist rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche möglich. Verlockend ist außerdem das niedrige Mindestordervolumen, welches laut einem Vergleich der ETF-Plattform „ExtraETF“ bei nur einem Euro liegt.

Die Plattform ermöglicht den Kauf echter Kryptowährungen, also nicht nur CFDs oder Derivate. Anschließend verwahrt die BitGo Europe GmbH die Coins – dabei handelt es sich um einen spezialisierten Verwahrungsdienstleister für digitale Assets, welcher unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) steht.
Ein Tipp: Sie wollen wissen, ob ein Unternehmen von der Bafin reguliert ist? Die Aufsicht bietet eine Unternehmensdatenbank, in der Sie suchen können.
BTC-Kauf über Trade Republic: So hoch sind die Kosten im Detail
Auf den ersten Blick scheinen die Kosten transparent: Pro Order zahlen Anleger eine Fremdkostenpauschale von einem Euro – unabhängig vom Ordervolumen.
Ein entscheidender Kostenfaktor ist allerdings der Spread. Das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Wertpapiers oder Coins. Je nach Marktlage schwankt der Spread: Wenn viele Marktteilnehmer aktiv sind und viel gehandelt wird, ist er meist sehr klein. Bei geringer Liquidität oder starker Volatilität kann er dagegen deutlich größer werden.
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Trade Republic berechnet durchschnittlich einen Spread von 0,5 Prozent bei Bitcoin, zeigt der Vergleich von „ExtraETF“. Bedeutet: Wer beispielsweise Bitcoin im Wert von 1000 Euro kauft, zahlt faktisch etwa sechs Euro Gebühren (ein Euro Pauschale plus rund fünf Euro Spread). Der Spread schwankt allerdings regelmäßig und ist je nach Finanzinstrument unterschiedlich – daher lässt sich hier keine allgemeingültige Angabe machen.
Wie sieht es mit der Steuer bei Trade Republic aus?
Wer bei Trade Republic bereits mit Aktien oder ETFs handelt, kennt von dem Broker die automatische Steuerabführung. Bedeutet: Die Steuer wird an das Finanzamt abgeführt, ohne dass der Kunde aktiv werden muss.
Bei Kryptowährungen funktioniert das jedoch anders. In Deutschland gelten Kryptos als private Veräußerungsgeschäfte. Das heißt: Wer seine Coins innerhalb eines Jahres wieder verkauft, muss die Gewinne mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Liegen die Gewinne aus allen privaten Veräußerungsgeschäften in einem Jahr unter 1000 Euro, bleiben sie steuerfrei.

Im Gegensatz zu Aktien unterliegen Kryptos also nicht der Abgeltungsteuer beziehungsweise Kapitalertragsteuer. Deshalb führt Trade Republic hier keine Steuern automatisch ab. Anleger müssen ihre Gewinne selbst in der Steuererklärung unter „Private Veräußerungsgeschäfte – andere Wirtschaftsgüter“ eintragen. Eine Verrechnung mit dem Sparerpauschbetrag ist dabei nicht möglich. Damit Kunden ihre Angaben korrekt machen können, stellt Trade Republic am Ende jedes Kalenderjahres einen Report über alle Kryptotransaktionen bereit.
Es gilt aber: Wenn Sie Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten haben, sind die daraus resultierenden Gewinne in Deutschland steuerfrei. Aber: Einnahmen aus Staking (dem Halten von Coins gegen laufende Belohnungen) zählen zu den sonstigen Einkünften und sind steuerpflichtig, sobald sie die Freigrenze von 256 Euro im Jahr überschreiten. Mining (das Erzeugen neuer Coins durch Rechenleistung) wird häufig als gewerbliche Tätigkeit eingestuft und kann Gewerbe- und Umsatzsteuer auslösen.
Krypto-Kauf über Trade Republic: Seit November 2025 neue Möglichkeiten
Das Angebot von Trade Republic zeigte bisher Schwächen, die im November 2025 allerdings behoben wurden. Bis vor kurzem konnten Anleger die Werte nicht an eine Wallet übertragen. Kunden steht nun aber eine solche Funktion zur Verfügung. Mit dieser können sie nun rund 50 verschiedene Währungen an externe Wallets senden und von diesen empfangen, heißt es von Trade Republic.
Bis vor kurzem gab es auch keine Staking-Möglichkeiten bei dem Neobroker. Auch das wurde angepasst. „Kunden haben nun die Möglichkeit, ihre Kryptowährungen direkt bei Trade Republic zu staken und erhalten dafür Netzwerk-Rewards. Diese Rewards werden unabhängig von der Marktentwicklung gutgeschrieben“, so Trade Republic.
Außerdem gibt es nun ein Cashback-System. Anleger erhalten bei einer Bezahlung mit der Trade-Republic-Karte via Krypto-Guthaben zwei Prozent des Betrags als Kryptowährung gutgeschrieben. Das gilt aber nur für Ausgaben bis 1500 Euro im Monat. Gleichzeitig weist der Neobroker darauf hin, dass diese Nutzung einen Verkauf des jeweiligen Krypto-Betrags darstellt und steuerliche Auswirkungen haben kann.
Dennoch bleibt eine begrenzte Coin-Auswahl: Trotz über 50 verfügbarer Kryptowährungen fehlen kleinere Altcoins, die auf spezialisierten Krypto-Börsen handelbar sind.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Lohnt es sich, Bitcoin bei Trade Republic zu kaufen? Das Fazit
Im direkten Vergleich mit reinen Krypto-Börsen zeigt Trade Republic* sowohl Stärken als auch Schwächen. Die Gebühren sind laut dem Vergleich von Extra-ETF niedriger als bei Konkurrenten wie Bison oder Coinbase. In dem Vergleich schneidet lediglich Justtrade* noch günstiger ab. Hier gibt es einen durchschnittlichen Spread von 0,30 Prozent und 0,00 Euro Fremdkostenpauschale.
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Zudem können Anleger, die bereits ein Trade-Republic-Depot für Aktien oder ETFs nutzen, einfach Kryptowerte in ihrem Portfolio ergänzen, ohne sich Gedanken über die Verwahrung machen zu müssen.
Der „Haken“ liegt dabei nicht in versteckten Gebühren, sondern in den begrenzten Möglichkeiten für fortgeschrittene Krypto-Investoren. Eine geringere Auswahl an Coins kann spezialisierte Börsen zur besseren Wahl für Krypto-Fans machen. Allerdings gilt es, hier abzuwägen, ob Anleger diese zusätzlichen Coins wirklich benötigen.
Quellen:
Finanzamt NRW. Privates Veräußerungsgeschäft. Abgerufen am 16.09.2025, von https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/privatpersonen/private-veraeusserungsgeschaefte/privates-veraeusserungsgeschaeft-0
BaFin. Unternehmensdatenbank der BaFin. Abgerufen am 13.02.2026, von https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfo/
Trade Republic. Crypto. Abgerufen am 15.09.2025, von https://traderepublic.com/de-de/crypto#crypto
Trade Republic. Sind meine Crypto gesichert? Abgerufen am 13.02.2026, von https://support.traderepublic.com/de-lu/454-Sind-meine-Crypto-gesichert
Trade Republic. Wie werden Crypto versteuert? Abgerufen am 13.02.2026, von https://support.traderepublic.com/de-lu/432-Wie-werden-Crypto-versteuert
extraETF. Trade Republic Krypto-Broker im Test. Abgerufen am 13.02.2026 von https://extraetf.com/de/krypto-broker/trade-republic-krypto-broker-im-test




