Im September hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den für Sparer und Anleger wichtigen Einlagezins auf 2,5 Prozent angehoben. Am Donnerstag steht nun die nächste EZB-Sitzung mit Zinsentscheidung an. Die Prognosen zum EZB-Zinsentscheid fallen eindeutig aus. Unsere Übersicht zeigt, wann die Entscheidung bekannt gegeben wird, wo Sie die anschließende Pressekonferenz im Livestream verfolgen können und welche Termine der EZB 2026 noch anstehen.
Wann entscheidet die EZB im Oktober? Uhrzeit und Livestream im Überblick
Die EZB veröffentlicht ihren nächsten Zinsentscheid am 29. Oktober 2026 um 14.15 Uhr. Die anschließende Pressekonferenz beginnt um 14.45 Uhr. Dabei erläutert EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Entscheidung und beantwortet Fragen von Journalisten. Verfolgen lässt sich die Pressekonferenz im offiziellen Livestream der EZB.
EZB-Zinsentscheid-Termine 2026:
- 29. Oktober 2026
- 17. Dezember 2026
Vergangene Termine:
- 5. Februar 2026
- 19. März 2026
- 30. April 2026
- 11. Juni 2026
- 23. Juli 2026
- 10. September 2026

Was sind die wichtigsten Aufgaben der EZB?
Die EZB steuert die Geldpolitik in der Eurozone und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Ihr Hauptziel ist es, die Preisstabilität in der Europäischen Union zu sichern und die Inflation zu kontrollieren, um eine stabile wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten.
Eine der wichtigsten geldpolitischen Entscheidungen der EZB ist der Zinsentscheid. Dabei berät der EZB-Rat über den Leitzins und weitere geldpolitische Maßnahmen. Diese Sitzungen finden in regelmäßigen Abständen innerhalb eines Jahres statt und beeinflussen unter anderem maßgeblich die Kredit-Zinsen für Verbraucher und Unternehmen.
Neben den Zinsentscheidungen überwacht die Zentralbank die Finanzmärkte und sorgt für ein stabiles Bankensystem. Ihre Maßnahmen haben direkte Auswirkungen auf die Inflation, den Arbeitsmarkt und das Wachstum der europäischen Wirtschaft.

Wie die EZB Leitzinsen und damit die Geldpolitik steuert
Doch was ist der Leitzins überhaupt? Der Leitzins ist eines der zentralen Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB), um die Geldpolitik in der Eurozone zu steuern. Er beeinflusst die Kosten für Kredite wie zum Beispiel die Baufinanzierung und Sparanlagen, die Inflation sowie das allgemeine Wirtschaftswachstum.
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Die EZB legt drei unterschiedliche Leitzinssätze fest:
- Hauptrefinanzierungssatz: Das ist der Standard-Zins, zu dem sich Banken bei der EZB regelmäßig Geld leihen können. Wenn eine Bank zum Beispiel Kredite an Unternehmen oder Privatkunden vergibt, kann sie sich frisches Geld über diese Hauptrefinanzierungsgeschäfte beschaffen.
- Spitzenrefinanzierungssatz: Das ist eine Art Notfall-Zins. Wenn eine Bank sehr kurzfristig (zum Beispiel über Nacht) dringend Geld braucht und keine andere Möglichkeit hat, kann sie sich über dieses Instrument Geld leihen – allerdings zu einem höheren Zinssatz als beim Hauptrefinanzierungssatz.
- Einlagesatz: Dieser betrifft das Geld, das Banken übrig haben. Banken können überschüssige Liquidität bei der EZB parken und erhalten dafür Zinsen (oder müssen bei negativen Zinsen sogar dafür zahlen).
Von den drei Leitzinssätzen ist der Einlagesatz für Verbraucher häufig der wichtigste. Er wird meist gemeint, wenn vom Leitzins die Rede ist, und dient als zentraler Indikator für die Zinsentwicklung in der Eurozone.
Welche Folgen hat der EZB-Leitzins auf Kredite?
Sinkt der Leitzins, werden Kredite günstiger, da Banken sich selbst zu niedrigeren Zinsen Geld leihen können. Das erleichtert es Unternehmen und Privatpersonen, Investitionen zu tätigen oder Konsumausgaben durch günstige Privatkredite zu finanzieren, was die Wirtschaft ankurbeln kann. Gleichzeitig führt ein niedriger Leitzins oft zu geringeren Sparzinsen, da Banken weniger Anreize haben, hohe Zinsen für Fest- und Tagesgeld zu bieten.
Wenn der Leitzins hingegen steigt, werden Kredite teurer, was die Nachfrage nach Finanzierungen bremsen kann. Diese Maßnahme hilft der EZB, die Inflation unter Kontrolle zu halten, da weniger Geld im Umlauf ist. Für Sparer bedeutet ein höherer Leitzins jedoch oft bessere Konditionen auf Sparanlagen, was Festgeld und Tagesgeld spannender macht. Über aktuelle Entwicklungen beim Fest- und Tagesgeld berichten wir regelmäßig in unserem Spar-Ticker.
Aktueller EZB-Leitzins im Überblick
Der für Sparer besonders wichtige Einlagezins liegt aktuell bei 2,5 Prozent. Die EZB hatte ihn bei ihrer Sitzung am 10. September um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die neuen Zinssätze gelten seit dem 16. September 2026. Der Hauptrefinanzierungssatz beträgt 2,65 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 Prozent.
Ob die EZB diese Zinssätze beibehält, entscheidet sie am 29. Oktober. Welche Konditionen Banken ihren Kunden derzeit bieten, zeigt unser großer Tagesgeldvergleich.





