Bis 2035 könnte mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung unter Übergewicht oder Adipositas leiden.3 Allein in Deutschland sind derzeit 17 Millionen Menschen von Adipositas betroffen.1 Sie kann gravierende gesundheitliche Folgen haben und mit einer verringerten Lebenserwartung einhergehen, da sie unter anderem Typ-2-Diabetes4, Herzerkrankungen4, das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom5 und bestimmte Krebsarten4 begünstigt. Die Ursachen von Adipositas sind vielfältig. Sie entsteht nicht durch mangelnde Disziplin. Vielmehr wirken dabei verschiedene Faktoren zusammen, darunter genetische, psychologische und umweltbedingte Einflüsse.6 Adipositas gilt heute als chronische, multifaktoriell bedingte Erkrankung, die eine langfristige Behandlung erfordert.7

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Was für den Therapieerfolg entscheidend ist

Wie erfolgreich eine Adipositas-Therapie verläuft, hängt wesentlich davon ab, wie gut sie sich in den Alltag integrieren lässt. Regelmäßige Arztkontakte – in der Praxis oder digital – können dabei ebenso hilfreich sein wie ein offener Austausch über persönliche Herausforderungen. Denn eine Therapie lässt sich meist dann dauerhaft umsetzen, wenn Patientinnen und Patienten sich verstanden und gut begleitet fühlen.

Wichtig sind außerdem realistische Ziele, die gemeinsam mit dem Behandlungsteam festgelegt werden. Sie können Orientierung geben und helfen, Fortschritte einzuordnen. Auch in Phasen, in denen die Behandlung ins Stocken gerät oder neue Fragen auftauchen, ist eine zuverlässige ärztliche Begleitung entscheidend. Je besser Menschen ihre Therapie verstehen, desto eher können sie fundierte Entscheidungen treffen und aktiv am Erfolg mitwirken.

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Eine Therapie lässt sich meist dann dauerhaft umsetzen, wenn Patientinnen und Patienten sich verstanden und gut begleitet fühlen.© Novo Nordisk Pharma GmbH

Wie Telemedizin in der
Adipositas-Therapie unterstützen kann

Gerade hier kann Telemedizin eine wichtige Rolle spielen. Angesichts des Mangels an spezialisierten Ärztinnen und Ärzten8 können digitale Angebote dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen.9 Videosprechstunden oder Telemonitoring erleichtern den Zugang zu medizinischer Unterstützung und ermöglichen es, Therapien auch über Distanz zu begleiten. Denn für viele Menschen mit Adipositas liegt die größte Hürde nicht unbedingt in der Therapie selbst, sondern bereits im Zugang zur Behandlung. 10 Scham, Stigmatisierung und negative Erfahrungen im Gesundheitswesen können dazu führen, dass Hilfe erst spät oder gar nicht in Anspruch genommen wird. Fachleute weisen darauf hin, dass Adipositas deshalb im Versorgungsalltag häufig gar nicht oder erst spät erkannt wird.11

Christine Winkler lebt mit Adipositas, kennt Stigmatisierung – auch im Gesundheitswesen – und hat die Online-Sprechstunde als Alternative für sich entdeckt: „Der Gedanke, mit meinem Arzt bei uns im Ort über mein Gewicht zu sprechen, war mir unangenehm und hat mich jahrelang gelähmt. Die digitale Sprechstunde in meinen eigenen vier Wänden war für mich der erste Schritt, offen zu reden, ohne mich beobachtet und verurteilt zu fühlen“, beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Die digitale Sprechstunde in meinen eigenen vier Wänden war für mich der erste Schritt, offen zu reden, ohne mich beobachtet und verurteilt zu fühlen.

Christine Winkler lebt mit Adipositas
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Videosprechstunden oder Telemonitoring erleichtern den Zugang zu medizinischer Unterstützung und ermöglichen es, Therapien auch über Distanz zu begleiten. © Novo Nordisk Pharma GmbH

Regelmäßige ärztliche Begleitung

Telemedizin kann Betroffenen den Alltag deutlich erleichtern. Vor allem Berufstätige mit langen Arbeitszeiten, Menschen im Schichtdienst oder Personen mit eingeschränkter Mobilität profitieren von einer Versorgung, die sich flexibler in den Tagesablauf einfügen lässt. Lange Anfahrtswege und Wartezeiten entfallen, Termine sind oft schneller verfügbar. Auch in ländlichen oder unterversorgten Regionen kann der Zugang zu spezieller Unterstützung verbessert werden.

„Telemedizin ergänzt die Arbeit der niedergelassenen Praxen sinnvoll, indem sie spezialisiertes Wissen flächendeckend zugänglich macht“, erklärt Stefan Spieren MBA, Facharzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Allgemeinchirurgie. Dies erfordere aber auch, dass Patientinnen und Patienten online lediglich dann Zugang zu medikamentösen Therapien bekämen, wenn gewährleistet werde, dass die Einnahme engmaschig vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin überwacht werde. Denn die Behandlung von Adipositas erfordere mehr als eine einmalige Beratung oder ein Rezept.

Christine Winkler bestätigt: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gut strukturierte telemedizinische Beratung hilfreich sein kann. Gerade ich mit meiner chronischen Erkrankung benötige in der Behandlung Kontinuität, regelmäßige Begleitung und eine dauerhafte Unterstützung, damit ich meine Gewichtsreduktion langfristig fortsetze.“

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Verlässliche Unterstützung

Wer nachhaltig Gewicht reduzieren möchte, braucht mehr als allgemeine Ratschläge. Auf ÜBER-GEWICHT.DE finden Interessierte verlässliche Informationen rund um Übergewicht, Gewichtsabnahme und ärztliche Unterstützung.

Referenzen

  1. DAG. Definition von Übergewicht und Adipositas. Online verfügbar hier.
  2. World Health Organization. Obesity and Overweight Factsheet no. 311.
  3. World Obesity Federation. World Obesity Atlas 2025.
  4. Guh DP, Zhang W, Bansback N, et al. The incidence of co-morbidities related to obesity and overweight: A systematic review and meta-analysis. BMC Public Health. 2009;9(1):88.
  5. Gami AS, Caples SM, Somers VK. Obesity and obstructive sleep apnea. Endocrinol Metab Clin North Am. 2003;32(4):869-894.
  6. Wright SM, Aronne LJ. Causes of obesity. Abdom Imaging. 2012;37(5):730-732.
  7. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. S3-Leitlinie Adipositas - Prävention Und Therapie. Vol Version 5.0.; 2024.
  8. DAG – Deutsche Adipositas Gesellschaft. Was wir tun. Verfügbar hier.
  9. Deutsche Adipositas Allianz. Positionspapier der DAA.
  10. Pharma Fakten. Europa muss Adipositas endlich ernst nehmen.
  11. DAG (Deutsche Adipositas Gesellschaft). Versorgungslücke Adipositas – Expert:innen fordern mehr Hilfen für Betroffene – Adipositas-Kongress 2022 in München gestartet.