Der Schmerz kommt, wie er will. Mal im Rücken, mal im Kiefer. Wo er als Nächstes einschießt, kann Stefanie Keller nur vermuten. Seit über 15 Jahren ist die Pfarrerin Schmerzpatientin. Vor einem Jahr kommt eine weitere Diagnose dazu: ADHS. Seitdem versteht die heute 46-Jährige immer besser, wie beides zusammenhängt.
Keller ist Anfang 30, als der Schmerz das erste Mal kommt. Die alleinerziehende Mutter unternimmt damals gern Spaziergänge, um zwischendurch Kraft zu tanken. Sie steckt mitten in ihrer zweiten Ausbildung, dem Theologiestudium. Als sie an einem Nachmittag draußen unterwegs ist, spürt sie plötzlich ein Ziehen links im unteren Rücken. „Damit fing alles an“, erinnert sich Keller. „Bis dahin war ich eigentlich nie krank.“ Dieser plötzliche Schmerz entwickelt sich zu einer langen Leidensgeschichte.






