Vermehrtes Blinzeln, das Gesicht unkontrolliert zur Grimasse verzerrt, Räuspern oder andere kurze Geräusche: So oder ähnlich werden Menschen mit Tourette häufig von außen wahrgenommen. Viele fragen sich dann, wie sich Tourette für Betroffene anfühlt, wie es entsteht – und ob sich die teils unangenehmen Äußerungen wirklich nicht unterdrücken lassen.
Das Tourette-Syndrom ist eine Erkrankung, die regelhaft im Kindesalter auftritt. Sie äußert sich durch sogenannte Tics – plötzlich auftretende, kurze, überwiegend bruchstückhafte Bewegungen oder Lautäußerungen, die sich nur schwer oder gar nicht willentlich steuern lassen. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Patient zu Patient; zudem können sie sich im Verlauf verändern, mal stärker, mal schwächer werden.
In der Serie „Die Hirn-Docs“ der FUNKE Tageszeitungen klären Experten der Deutschen Hirnstiftung über die neuesten Erkenntnisse in der Neurologie auf. Hier erklärt Prof. Alexander Münchau vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck, welche Formen von Tourette es gibt, wie sich die Krankheit behandeln lässt und warum unkontrolliertes Fluchen – entgegen der weit verbreiteten Vorstellung – nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen zum Krankheitsbild gehört. „Das, was viele für typisch Tourette halten – Schimpfen und unflätiges Verhalten –, hat mit dem, was wir im klinischen Alltag sehen, meist wenig zu tun“, sagt der Neurologe.






