- Ein übersehener Schädelbruch nach Sturz macht Pierre zum schweren Pflegefall
- Ein Gericht bestätigt: Ein einfaches Röntgenbild hätte sein Schicksal verhindern können
- Seine Eltern pflegen ihn seitdem rund um die Uhr
Es ist kurz vor 14 Uhr. Heike hat jetzt etwa eine Stunde Zeit, um von dem Tag zu erzählen, seitdem alles anders ist. Dann muss sie ihren Sohn Pierre, 33 Jahre alt, wickeln und umlagern. Das macht sie alle zwei Stunden, damit sich keine Wunden bilden. Nur nachts ist der Abstand minimal länger. Dann stehen ihr Mann Andreas und sie einmal um 1 Uhr auf und dann wieder um 4 Uhr. So geht das seit fast acht Jahren. Seither ist Pierre ein schwerer Pflegefall. Sein Großhirn ist zerstört.
Heikes Tag ist durchgetaktet. Früh muss die Sonde zur künstlichen Ernährung angeschlossen werden, die Medikamente werden vorbereitet, lagern, wickeln, Pflege, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Organisatorisches. Pierres Zustand bezeichnen Ärzte als „ohne Bewusstsein“. Er reagiert auf Stimmen, auf Musik. Doch große Reaktionen sind nicht mehr zu erwarten. Ein einfaches Röntgenbild hätte sein Leid verhindern können. Jahre später bestätigt ein Gericht: Behandlungsfehler.





