Haustiere gelten als Trostspender, als verlässliche Begleiter im Alltag, als Wesen, die da sind, wenn sonst niemand da ist. Doch womöglich sind sie mehr als nur Gesellschaft. Vor allem bei Hunden spricht einiges dafür, dass die Vierbeiner nicht nur das Gemüt beeinflussen, sondern auch die Gesundheit. Darauf deuten seit Jahren Forschungsergebnisse hin.

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Mehrere Studien legen nahe, dass Haustiere sich positiv auf die Gesundheit auswirken könnten. Einige Untersuchungen zeigten etwa, dass Haustierhalter in bestimmten Situationen niedrigere Blutdruckwerte oder geringere Stressreaktionen haben. Andere Studien fanden Hinweise darauf, dass Haustierhaltende nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall teils bessere Überlebenschancen haben.

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Besonders auffällig ist dieser Zusammenhang bei Hunden. Eine große Übersichtsarbeit von 2019, die Daten aus 10 Studien mit rund 3,8 Millionen Menschen auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass Hundebesitz mit einem um 24 Prozent geringeren Risiko verbunden war, innerhalb des Untersuchungszeitraums zu sterben.

Das beweist noch nicht, dass der Hund allein dafür verantwortlich ist. Aber selbst die American Heart Association preist in einer wissenschaftliche Stellungnahme die möglichen positiven Effekte von Hunden auf die Herzgesundheit. Darin heißt es, Hundehaltung könne „zur Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen“.

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Wenn Hunde tatsächlich mit besserer Gesundheit verbunden sind, stellt sich die entscheidende Frage: Woran könnte das liegen? Forscher nennen dafür mehrere mögliche Gründe. Einige betreffen den Körper direkt, andere die Psyche oder den Alltag. Ein Beispiel ist Stress. Eine Studie der Washington State University aus dem Jahr 2019 zeigte, dass schon zehn Minuten Kontakt mit Hund oder Katze den Spiegel des Stresshormons Cortisol senken können. Bleibt der dauerhaft erhöht, kann das den Körper belasten. Die Forscher beobachteten den Effekt bei Studierenden, die die Tiere streichelten.

Auch die Bindung zwischen Mensch und Hund könnte eine Rolle spielen. Eine japanische Studie aus dem Jahr 2015 unter Leitung der Azabu University kam zu dem Ergebnis, dass längerer Augenkontakt zwischen Hund und Halter den Oxytocinspiegel erhöht. Oxytocin ist ein Botenstoff, der mit Vertrauen, Bindung und emotionaler Stabilität in Verbindung gebracht wird. Solche Effekte könnten mit erklären, warum Hunde sich indirekt positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirken – etwa indem sie Stress mindern und emotionale Stabilität fördern.

Hinzu kommt ein sozialer Effekt. Hunde bringen ihre Halter nach draußen, erleichtern Begegnungen und machen Gespräche wahrscheinlicher. Die University of Sydney berichtete 2019 über eine Studie ihres Charles Perkins Centre, nach der sich neue Hundebesitzer schon nach drei Monaten seltener einsam fühlten.

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Am naheliegendsten ist jedoch ein anderer Grund: Wer einen Hund hat, geht oft häufiger zu Fuß – und genau das gilt als einer der verlässlichsten Hebel für die Gesundheit, weil regelmäßiges Gehen Herz und Kreislauf stärkt, den Stoffwechsel unterstützt und Stress abbauen kann. Eine Übersichtsarbeit von 2013 unter Beteiligung der University of Sydney kam zu dem Ergebnis, dass rund 60 Prozent der Hundebesitzer ihren Hund regelmäßig ausführen. Diese Gruppe erreichte im Schnitt etwa 160 Minuten Bewegung pro Woche und erfüllte damit häufig die gängigen Empfehlungen für körperliche Aktivität.

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Trotz aller interessanten Befunde gilt: Ein Zusammenhang ist noch kein Beweis. Dass Hundebesitzer im Durchschnitt gesünder sind, heißt nicht automatisch, dass der Hund der Grund dafür ist. Es könnte auch sein, dass sich eher Menschen einen Hund anschaffen, die ohnehin jünger, aktiver oder finanziell besser gestellt sind. All das hängt im Alltag oft mit besserer Gesundheit zusammen. Haustiere sind daher kein Rezept für ein gesünderes Leben. Aber sie könnten mehr sein als nur Gesellschaft auf vier Pfoten.