Zusammenfassung
- ADHS betrifft nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene und kann unbehandelt gravierende Folgen haben
- Expertin Dr. Carolin Zimmermann betont, dass einfache Tipps wie „besser strukturieren“ nicht ausreichen
- Welche Therapien wirklich helfen – und warum Betroffene kaum noch Fachärzte finden
„Ich wurde immer als dummer Mensch mit Lernschwierigkeiten behandelt, weil es mir an Aufmerksamkeit mangelte, weil ich mich angesichts der vielen Gedanken nicht auf ein einziges Ziel konzentrieren konnte.“ Diese Aussage einer Betroffenen macht deutlich, wie ADHS betroffene Menschen in die Verzweiflung treiben kann. Dabei ist die Erkrankung nach heutigem Wissensstand gut behandelbar.
ADHS, das Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom, ist eine Verhaltensstörung, die bei Weitem nicht nur Kinder betrifft: In Deutschland leiden etwa zwei bis vier Prozent aller Erwachsenen an ADHS. Sie haben Probleme, sich zu konzentrieren, und große Schwierigkeiten im Hinblick auf Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen, Eigenstrukturierung und Selbstkontrolle. Oft leiden die erwachsenen Patienten auch unter innerer Unruhe und Fahrigkeit.
Wie drastisch sich ADHS auf beinahe alle Lebensbereiche auswirken kann und wie wichtig die richtige Diagnose und Behandlung sind, beleuchtet Fachärztin Dr. Carolin Zimmermann. Die ADHS-Spezialistin der Deutschen Hirnstiftung aus München ist Teil der „Hirn-Docs“ der FUNKE-Tageszeitungen. Die Ärztin warnt aber auch: „Wir arbeiten schon lange am Limit und darüber hinaus.“



