Wenn Takuzo Aida über seine neue Entdeckung spricht, klingt er begeistert, aber auch nur halbanwesend. Er klickt sich durch eine Powerpointpräsentation, blickt auf den riesigen Bildschirm vor sich: „Das hier ist Zellulose!“, ruft er begeistert, als ein Foto eine dünne, transparente Plastiktüte zeigt, die mit Tomaten gefüllt ist und sich in einem Glas mit Salzwasser befindet. 

Es folgt ein hochbeschleunigtes Video, in dem sich die Tüte immer schneller um die eigene Achse dreht. Während sich an den Tomaten nichts ändert, löst sich die Tüte – bestehend aus einem Zellulosederivat aus Holz oder Baumwolle – in der Flüssigkeit auf. Am Ende des Videos, das einen Zeitraum von rund zwei Stunden im Raffer anzeigt, sind nur noch die Tomaten übrig. Wie ist das möglich? Die Antwort: biologisch abbaubares Plastik.

Neuentdeckung: Chemieprofessor entwickelt Plastikalternative

Takuzo Aida, Plastikforscher und Chemieprofessor an der Universität Tokio sowie am japanischen Forschungsinstitut RIKEN, erklärt: „Die Basis für die Kunststofffolie, die da im Video zu sehen war, ist Zellulose.“ Der Stoff lasse sich hauchdünn auf weniger als 0,1 Millimeter herstellen, bleibt aber kräftig und biegsam. Das Beste daran: „Zellulose ist das am häufigsten vorkommende Polymer der Erde!“ Das, was Takuzo Aida da gerade per Video gezeigt hat, könnte die Welt verändern. Doch der Reihe nach.