Laut der Deutschen Depressionshilfe erkranken in Deutschland jedes Jahr mehr als fünf Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Das sind rund acht Prozent der Bevölkerung. Fachleute gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Doch nicht jede lang anhaltende Niedergeschlagenheit ist eine klassische Depression. Viele, die sich seit Jahren kraftlos, freudlos und innerlich gedämpft fühlen, könnten an einer oft übersehenen, chronischen Form der depressiven Verstimmung leiden – einer Dysthymie.
Die Diagnose Dysthymie treffe im Laufe eines Jahres „etwa einen von hundert Menschen“, sagt Prof. Dr. Christian Otte, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité. Im Gespräch erklärt der Mediziner, warum die Erkrankung so häufig unbemerkt bleibt und bei welchen Merkmalen Betroffene aufhorchen sollten.






