Die globale Erderwärmung sorgt für den Anstieg des Meeresspiegels. Wie dramatisch schnell dieser zum Teil vonstattengeht, haben Forscherinnen und Forscher der University of Colorado an einem Szenario dokumentiert. Sie haben sich den Rückgang der Eismasse des Hektoria-Gletschers in der Antarktis detailliert angeschaut. 2022 zog sich dieser innerhalb von nur zwei Monaten um acht Kilometer zurück und verlor dabei etwa die Hälfte seiner Eismasse.

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Mehrere Faktoren: Lage der Gletscher entscheidend

Laut dem Magazin „Bild der Wissenschaft“ besagt die Studie, dass vor allem die geografischen Bedingungen zu diesem massiven Eisverlust beigetragen haben. Die globale Erderwärmung sei für das Schmelzen der Gletscher verantwortlich, andere Faktoren hätten aber auch ihren Einfluss. Wenn sich eine stabile Decke aus Meereis an der Stelle befindet, an dem der Gletscher in den Ozean mündet, ist dieser vor größeren Verlusten geschützt. Ein nicht vereistes Meer hingegen begünstigt den Abbruch der Eismassen.

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„Das Verständnis und die Vorhersage der Instabilität von Gletschern, die im Meer enden, stellt eine der größten Herausforderungen für die Prognose des künftigen Anstiegs des Meeresspiegels dar“, berichtet Naomi Ochwat aus dem Forscherteam. Üblicherweise ziehen sich Gletscher um wenige hundert Meter pro Jahr zurück, beim Hektoria-Gletscher wurde Ende 2022 sogar ein Rückgang von 2,5 Kilometern an zwei Tagen beobachtet.

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Gletscher: Eisverlust durch Meereswasser

Als Ursache haben die Forscher den Aufbruch der Eisdecke zu Beginn des Jahres 2022, die sich unmittelbar vor dem Gletscher befand, herauskristallisiert. „Der Rückzug des Gletschers begann unmittelbar nach dem Verlust des jahrzehntealten Schelfeises und ging mit einer fast sechsfachen Zunahme der Fließgeschwindigkeit einher“, so Ochwat.

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Ein weiterer bedeutsamer Faktor für den Eisverlust sei fehlende Bodenhaftung des Gletschers. Zunehmend sei das bis zum Meeresgrund reichende Eis von Wasser unterspült worden und sei so dünner geworden. Die Bewegung des Meers sowie der Auftrieb des Wassers hätten die Destabilisierung vorangetrieben.

fmg/jan