- Nachts und an Feiertagen haben ausgewählte Apotheken trotzdem geöffnet
- Der Apotheken-Notdienst vor Ort ist für bestimmte Fälle vorgesehen
- Eine Apothekerin berichtet von ungewöhnlichen Anfragen und stellt etwas klar
„Krankheit hält sich nicht an Öffnungszeiten“, das weiß Apothekerin Dr. Ina Lucas nur zu gut aus Ihrem Alltag. Nicht nur sie selbst steht an Sonn- und Feiertagen und auch nachts regelmäßig in ihrer Apotheke bereit, um in Notfällen zu beraten und Medikamente bereitzustellen. Ganz grundsätzlich bieten die Apotheken in Deutschland einen flächendeckenden Notdienst an. Die Zahlen verraten, welcher Aufwand dafür betrieben wird:
- Im Jahr 2024 waren Apotheken bundesweit rund 350.000 Mal im Einsatz.
- Pro Nacht sind rund 1100 Apotheken geöffnet und versorgen insgesamt etwa 20.000 Patienten.
- Egal wo man wohnt: In der Nähe ist immer eine Apotheke für Kundinnen und Kunden mit Beschwerden da – auch nachts oder an Sonn- und Feiertagen.
In ihrer Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“ verrät Dr. Ina Lucas, wie oft sie selbst zum Nacht- und Notdienst antritt, über welche „Notfälle“ sie sich ärgert, und welches Feld auf dem Rezept verrät, ob man beim Nacht- und Notdienst in der Apotheke den fälligen Zuschlag zahlen oder nicht zahlen muss.
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Apotheke: Notdienst und Nachtdienst immer in der Nähe – wie geht das?
Dr. Ina Lucas: „Als Leiterin einer öffentlichen Apotheke gehören Nacht- und Notdienste zu meinem Berufsalltag. Meine Apotheke in Berlin-Lichtenberg beispielsweise wird von der Apothekerkammer rund 13-mal pro Jahr dafür eingeteilt. Wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen leide ich an einem Helfersyndrom. Ich helfe gerne anderen Menschen, vor allem meinen Patientinnen und Patienten und insbesondere im Notdienst.
Unsere Expertin
Dr. Ina Lucas ist 42 Jahre alt. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Pharmazie an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss promovierte Dr. Lucas in einer Kooperation zwischen der FU und dem Robert-Koch-Institut zum Thema Resveratrol und dessen Wirkung. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Zoschke vier Apotheken in Berlin mit rund 80 Angestellten. Dr. Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin sowie Vizepräsidentin der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V..
Zum Beispiel, wenn Patienten nachts starke Zahnschmerzen, aber kein Ibuprofen mehr zuhause haben. Oder wenn ein Baby dringend einen Fiebersaft braucht. Dann stehe ich bereit! Oder es wurde ein Rezept für ein Antibiotikum oder ein Asthmaspray ausgestellt, das jetzt sofort benötigt wird. Ich bin da – auch nachts um drei.

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Aber auch mein Helfersyndrom hat Grenzen. Dazu ein Beispiel, das ich bewusst übertreibe: Sie kommen nachts zufällig an meiner Apotheke vorbei und brauchen ein paar Taschentücher – also warum nicht mal klingeln? Die Apothekerin ist doch sowieso wach. Das fände ich offen gesagt nicht so lustig. Viele denken, dass ich bei einem Notdienst nachts arbeite und am nächsten Tag freihabe. Das ist leider nicht immer so.
Spannende Artikel aus der Serie „Der gute Rat der Apothekerin“
Wir Apothekerinnen und Apotheker leisten die Notdienste häufig zusätzlich zu den regulären Arbeitszeiten. Deshalb an dieser Stelle eine herzliche Bitte: Überlegen Sie sich vorher, ob Sie wirklich nachts dringend etwas aus der Apotheke brauchen – oder ob es bis zum nächsten Morgen warten kann.
Apotheke im Notdienst in der Nähe: Hier finden Sie online die Adresse
Eine dienstbereite Apotheke, etwa für den Nachtdienst oder Notdienst, finden Sie leicht:
- Online über den Apothekenfinder bei aponet.de
- Wer über keinen Internetzugang verfügt, kann aus dem Festnetz die kostenlose Nummer 0800 00 22833 anrufen.
- Im Schaufenster jeder Apotheke muss außerdem ein Hinweis hängen, welche Apotheke in der Nähe dienstbereit ist.
Wenn Sie zu einer Notdienstapotheke kommen, bringen Sie bitte etwas Geduld mit. Denn es kann – je nach Uhrzeit und Umfeld – schon mal zu Wartezeiten kommen. Gerade in den Abendstunden bis 22 Uhr ist der Andrang oft noch groß. Außerdem wird ein Notdienstzuschlag erhoben, 2,50 Euro pro Besuch. Wenn Sie direkt aus einer notdiensthabenden Arztpraxis kommen und auf Ihrem Rezept das „noctu“-Feld angekreuzt ist, übernimmt Ihre Krankenkasse diese Gebühr.
Der Notdienst ist ein Beispiel dafür, dass die flächendeckende Versorgung durch die Vor-Ort-Apotheken nicht nur unverzichtbar ist, sondern auch gut funktioniert. Noch zumindest. Ich setze mich dafür ein, dass das auch in Zukunft so bleibt und die Zahl der Apotheken – und damit auch die Notdienste – nicht weiter sinkt.“











