Eine kurze Chatnachricht hier, ein liebevoller Gruß da, ein Bild, irgendwann ein digital geteilter erotischer Gedanke. Was wie ein harmloser Flirt beginnt, kann zur Vertrauensfalle in der Beziehung werden – wie ein Paralleldrehbuch, das hinter dem Rücken des Partners abläuft. Virtuelle Nähe entsteht. Doch so harmlos diese wirken mag, sie kann gravierende Folgen haben.
„Virtuelles Fremdgehen, ist eine mögliche Form des Micro Cheatings“, erklärt die Berliner Paartherapeutin Ilka Schütte. Beim Micro Cheating, auch „Mikro-Betrug“ oder „minimales Fremdgehen“ genannt, handelt es sich um eine Grauzone zwischen harmlosem Geplänkel und langjährigen Affären mit parallelen Leben.
Auch interessant
Schütte definiert Micro Cheating als kleine, versteckte Grenzüberschreitungen, die emotional oder sexuell aufgeladen sind, sich aber noch nicht auf körperlicher Ebene manifestieren. Vielen Micro Cheatern ist dabei erst gar nicht bewusst, dass auch anonymes Chatten, flirty Kommentare auf Social Media oder eine zweideutige WhatsApp-Nachricht an den Kumpel das Vertrauen in einer monogamen Beziehung beschädigen können.


