Mit den warmen Tagen beginnt auch wieder die Hochsaison der Mücken. Während einige Menschen den Sommer weitgehend stichfrei genießen, werden andere schon nach wenigen Minuten im Freien zur Zielscheibe. Zufall ist das nicht. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass unter anderem die Blutgruppe darüber entscheidet, wie attraktiv man für Mücken ist.

Blutgruppe 0 im Visier der Stechmücken

Insbesondere die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die unter anderem Dengue- und Gelbfieber überträgt, scheint einen ausgeprägten Geschmack zu haben: Menschen mit der Blutgruppe 0 werden von ihr deutlich häufiger gestochen als andere. Die japanische Studie zeigt: Die Blutgruppe 0 wurde fast doppelt so oft ausgewählt wurde wie A, die am wenigsten attraktiv wirkte. Blutgruppe B ist auf Platz zwei, gefolgt von AB. Auch eine Untersuchung in Sri Lanka bestätigt: Rund 30 Prozent der Mücken entschieden sich im Test für das Blut der Gruppe 0 – ein klarer Favorit.

Warum das so ist, vermuten Forscher im evolutionären Ursprung der Mücke. In Afrika, wo Aedes aegypti ursprünglich verbreitet war, kommt die Blutgruppe 0 besonders häufig vor. Die Mücke könnte sich im Laufe der Zeit auf diese Gruppe spezialisiert haben.

Diese Faktoren ziehen Stechmücken an

Neben der Blutgruppe spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle, wenn es um die Frage geht, warum manche Menschen für Mücken attraktiver sind als andere:

  • Körpergeruch: Besonders Carbonsäuren, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen und auch in Käse enthalten sind, wirken anziehend auf Mücken. Wer davon mehr produziert, wird eher gestochen.
  • CO₂-Ausstoß: Mücken sind CO₂-Spürhunde. Sie orten ihre Wirte über die ausgeatmete Luft – und das schon aus bis zu 60 Metern Entfernung. Menschen, die schwerer atmen, etwa bei Sport oder aufgrund ihres Körpergewichts, senden stärkere Signale aus.
  • Alkoholkonsum: Alkohol verändert die Körpertemperatur und den CO₂-Ausstoß – und macht uns damit für Mücken leichter auffindbar.
  • Kleidung: Auch der Kleidungsstil beeinflusst, wie häufig man gestochen wird. Dunkle Farben wie Schwarz oder Marineblau wirken auf Mücken besonders anziehend, während helle Kleidung abschrecken kann.
  • Schwangerschaft: Schwangere Frauen haben eine leicht erhöhte Körpertemperatur und verändern ihren Geruch – ein Magnet für Mücken.

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Licht? Kein Problem für Mücken

Ein verbreiteter Mythos hält sich hartnäckig: dass Mücken vom Licht angezogen werden. Das mag auf andere Insekten zutreffen – auf Stechmücken jedoch nicht. Sie orientieren sich hauptsächlich über Gerüche, Körperwärme und CO₂, nicht über Lichtquellen.

WHO warnt: Mücken breiten sich aus

Während die Gelbfiebermücke früher nur in tropischen Regionen heimisch war, breitet sie sich durch steigende Temperaturen mittlerweile auch in Europa aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor den gesundheitlichen Folgen dieser Entwicklung. In Deutschland etwa verzeichnen Gesundheitsämter mehr Fälle von Denguefieber – einer Krankheit, die durch genau diese Mückenart übertragen wird.