Wenn wir etwas von jemanden wollen, dann bitten wir darum. Wenn wir es bekommen, bedanken wir uns. Von klein auf lernen wir dieses Minimum an Höflichkeit. Und offenbar haben viele von uns das so tief verinnerlicht, dass sie auch im Dialog mit einem KI-Chatbot keine Ausnahme machen. Doch die KI-Unternehmen kommt diese Höflichkeit angeblich teuer zu stehen. Laut Sam Altman, Gründer und Chef von OpenAI, koste es hunderte Millionen Euro, dass die Nutzer „Danke“ und „Bitte“ zu ihren künstlichen Helfern sagen.

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Altman reagierte mit dieser Aussage auf die Frage eines X-Users, der sich gefragt hatte, wie hoch die Stromkosten seien, die OpenAI durch das „Danke“- und „Bitte“-Sagen der Nutzerinnen und Nutzer entstehen? Dutzende Millionen Euro (“tens of millions of dollars“) lautete die Antwort von Altman. Hintergrund ist, dass jede Anfrage an eine KI berechnet werden muss. Für diese Rechenleistung wiederum fallen Kosten für die dafür benötigte elektrische Energie an. Und bei den täglich mehreren Millionen Nutzern von ChatGPT summieren sich diese einzelnen Rechenleistungen schnell.

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Hohe Kosten für KI durch „Danke“ und „Bitte“? ChatGPT selbst gibt Entwarnung

Befragt man allerdings ChatGPT selbst, dann gibt der Bot Entwarnung. Auf die Frage „Hallo, wie viel Strom kostet es, wenn ich mich bei dir für eine Antwort auf eine Frage bedanke?“, sagt der Chatbot, der dafür nötige Stromverbrauch sei „extrem gering“. Er liege im Bereich von wenigen Wattsekunden bis maximal ein paar Wattstunden. „Danke“ zur KI zu sagen, brauche „tausend bis millionenfach weniger Energie“ als zum Beispiel eine Google-Suche, für die ungefähr 0,3 Wattstunden anfallen, oder eine Minute Netflix zu schauen (zwei bis fünf Wattstunden).

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Eine Danke-Nachricht verbrauche laut ChatGPT 0,03 Wattstunden. Wie viele Menschen ChatGPT täglich nutzen, dazu veröffentlicht OpenAI keine genauen Zahlen. Deshalb kann man auch nicht sagen, auf wie viele Wattstunden sich die Danke-Nachrichten weltweit summieren. Zur Einordnung haben wir ChatGPT aber gefragt, wie viel eine Million Danke-Nachrichten kosten würden, wenn sie in Deutschland abgeschickt werden. Ergebnis: 10,50 Euro.

Es müssen, davon darf man wohl ausgehen, also sehr viele Menschen sehr höflich zu ihren Chatbots sein, um auf die von Altmann genannten dutzenden Millionen Euro zu kommen. Das Fazit des Bots von ChatGPT lautet: „Du kannst also ohne schlechtes Gewissen so oft ‚Danke‘ sagen, wie du willst – es ist energetisch fast kostenlos.“

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Laut Kurtis Beavers, einem Microsoft-Mitarbeiter, der für das Design von „Copilot“, einem KI-Assistenten, zuständig ist, können KI-Nutzer durch einen höflichen Umgangston außerdem die Qualität der Antworten beeinflussen, die sie vom Chatbot bekommen. Je höflicher die Frage, umso höflicher uns besser sei die Antwort, so Beavers zu „Worklab“, einem Microsoft-eigenen News-Portal. Am Ende zahlt sich Höflichkeit also doch aus – zumindest für die Nutzerinnen und Nutzer.