Die Diagnose Alzheimer ist für Betroffene und ihre Angehörigen oft ein Schock. Dabei zeigen sich erste Anzeichen wie Vergesslichkeit oder Orientierungslosigkeit manchmal schon Jahre zuvor. Doch wann daraus wirklich eine Alzheimer-Demenz wird, ist nur schwer vorherzusagen. Ein Forschungsteam aus Australien möchte das nun ändern.

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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Florey Dementia Index (FDI) entwickelt – ein Prognose-Tool, das den Beginn einer Alzheimer-Erkrankung vorhersagen soll. Dafür braucht es nur zwei Angaben: das Alter der betroffenen Person und einen Messwert namens CDR-SB (Clinical Dementia Rating – Sum of Boxes), der den geistigen Zustand beschreibt. Damit beruht er auf Angaben, die viele Ärztinnen und Ärzte ohnehin erheben. Weitere aufwendige Untersuchungen wie MRTs oder Bluttests sind demnach nicht nötig.
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Genaue Alzheimer-Vorhersage kann Behandlung verbessern
Für die Entwicklung des FDI wertete das Team die Daten von 3694 Teilnehmerin aus zwei großen Langzeitstudien aus. Mithilfe statistischer Modelle berechneten sie, wie sich geistige Einschränkungen mit dem Alter entwickeln und wann typischerweise Alzheimer diagnostiziert wird. Das Ergebnis: Bei Personen mit milder kognitiver Beeinträchtigung wich das vorhergesagte Erkrankungsalter im Durchschnitt nur um 2,8 Jahre vom tatsächlichen Beginn ab. Bei Menschen, die bereits an Alzheimer erkrankt waren, lag die Abweichung sogar nur bei 1,5 Jahren. In weiteren Tests mit anderen Datensätzen lag sie teilweise bei unter einem Jahr.

Gerade für die medizinische Praxis könnte das Tool hilfreich sein: Es kann dabei helfen, frühzeitig jene Menschen zu erkennen, bei denen eine Erkrankung kurz bevorsteht – zum Beispiel, um sie gezielt für Studien mit neuen Medikamenten auszuwählen. Beispielsweise wirken monoklonale Antikörper am besten in sehr frühen Stadien der Krankheit. Es kann auch Betroffenen selbst helfen: Wer weiß, wann die Krankheit vermutlich beginnt, kann besser planen, sich gezielter beraten lassen und rechtzeitig mit einer Behandlung beginnen.
Vorhersage-Tool soll bald zu Hause nutzbar sein
Damit das Tool einfach nutzbar ist, gibt es den FDI bereits als Webanwendung mit grafischer Benutzeroberfläche. So lässt sich der „Test“ leicht bedienen – auch ohne besondere Statistik-Kenntnisse. Außerdem wurde eine zweite Variante getestet, die statt des CDR-SB-Werts auf den sogenannten Mini-Mental-State-Test (MMSE) zurückgreift. Dieser Test ist in vielen Hausarztpraxen gängig. Die Vorhersage ist hier nur minimal ungenauer.
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Zusätzlich arbeiten die Forschenden an einer digitalen Version des CDR-Tests – damit könnte das Tool vielleicht bald sogar zu Hause genutzt werden. Ob sich das Tool auch bei Menschen aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen bewährt, müssen weitere Studien zeigen.








