• ADHS kann sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken
  • Betroffen ist nicht nur die allgemeine Konzentration, auch Beziehungen können darunter leiden
  • Eine Expertin klärt auf

ADHS – kurz für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ist mehr als Unaufmerksamkeit und Zappeligkeit. Die neurologische Störung beeinflusst alle Lebensbereiche von Betroffenen: auch Intimität, Beziehungsfähigkeit – und Sexualität. Warum viele Betroffene „zu viel“ oder „gar keinen“ Sex haben und welche Strategien ihnen helfen können, erklärt die Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie Astrid Neuy-Lobkowicz im Gespräch mit dieser Redaktion. Sie ist Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes ADHS Deutschland und hat bereits mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Das Besondere: Auch sie selbst hat ADHS.

Frau Neuy-Lobkowicz, wie beeinflusst ADHS die Sexualität?

Astrid Neuy-Lobkowicz: Das kann sich auf unterschiedliche Weise auf das Sexualverhalten auswirken. Manche erleben Sexualität unglaublich intensiv und suchen ständig nach neuen Kicks – etwa durch häufig wechselnde Partner, intensiven Pornokonsum oder sehr ausgefallene, extreme sexuelle Fantasien. Bei anderen ist es genau umgekehrt: Sie fühlen sich schnell überfordert, ziehen sich zurück. Sie sind so reizüberflutet, dass sie sich sexuell ganz abkapseln.