• Rache wirkt wie eine natürliche Reaktion, doch oft steckt mehr als bloße Vergeltung hinter dem Impuls.
  • Gerade in Partnerschaften zeigt sich: Der Wunsch, es dem anderen heimzuzahlen, hängt selten ausschließlich mit dem Verhalten des Partners zusammen.
  • Eine Paartherapeutin erklärt, was wirklich hinter dem Wunsch nach Vergeltung steckt und wie man statt zu rächen, sich selbst heilen kann.

„Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Kaum ein Sprichwort wird so missverstanden wie dieses. Heute klingt das biblische Zitat nach Rache, nach archaischer Gnadenlosigkeit. In Wirklichkeit war das Sprichwort einst als Maßstab für Gerechtigkeit gedacht: kein Übermaß an Strafe, sondern Gleichwertigkeit im Ausgleich – ein Versuch, Maß zu halten, wo sonst nur Wut herrscht.

Auch in unseren Beziehungen tobt manchmal der Wunsch Wiedergutmachung durch Vergeltung. Wenn Nähe fehlt, Vertrauen missbraucht wird oder ein Partner fremdgeht, schleicht sich nicht selten ein moralisch fragwürdiger, aber zutiefst menschlicher Gedanke ein: Soll ich es meinem Partner heimzahlen? Ein Flirt oder gar Rachesex mit einem anderen kann dann sogar dem Ego guttun, wie die Paar- und Selxualtherapeutin Anastasia Karg erklärt. Doch der Triumph hält oft nicht lange an. Warum Rachegelüste selten nur mit dem Partner zu tun haben und wie man selbst einen gesunden Umgang damit findet, verrät sie hier.