Auch wenn es vielerorts noch bitterlich kalt ist, lässt der Sonnenschein den ein oder anderen schon vom eigenen Garten träumen. Doch die Freude im eigenen Grün verwandelt sich für den ein oder anderen bald in bittere Enttäuschung. Immer mehr invasive Pflanzenarten breiten sich in Europa aus, befallen die Wälder und Gärten und sorgen dafür, dass einige der geliebten Pflänzchen nicht mehr genug Wasser und Sonne bekommen oder vergiftet werden – und im schlimmsten Fall absterben. Unter Umständen können die invasiven Arten sogar für den Menschen gefährlich werden.

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Schuld an der massiven Ausbreitung der invasiven, also „eindringenden“ Pflanzen (Neophyten), ist nicht selten der Klimawandel. Er ermöglicht es, dass Gewächse, die eigentlich in wärmeren Regionen der Erde beheimatet waren, auch hierzulande optimale Lebensbedingungen vorfinden. Zudem werden verschiedene Pflanzen auch durch den Menschen überall auf der Welt verbreitet, etwa indem Samen aus anderen Ländern illegalerweise oder unbeabsichtigt nach Deutschland gebracht werden. Das Problem: So werden heimische Arten verdrängt, die Artenvielfalt ist bedroht.
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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schreibt dazu: „Indigene Arten (...) besitzen jedoch oft keine natürliche Abwehr gegenüber ‚fremden‘ Organismen, was sich katastrophal auf den Bestand auswirken kann.“
Artensterben im Garten: EU in Sorge
Um das Artensterben zu verhindern, hat sich die Europäische Union dazu entschlossen, einige der invasiven Arten zu „verbieten“. Heißt: Die Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass sich die invasiven Arten, wenn überhaupt, nur kontrolliert verbreiten. Bestenfalls werden sie komplett beseitigt. Dafür müssen unter anderem die Herkunftspfade der invasiven Arten geklärt und abgeschafft werden. Die EU-Staaten müssen deshalb regelmäßig sogenannte „Aktionspläne“ vorlegen. Zudem wird die Ausbreitung der Pflanzen in der freien Natur überwacht.
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Allein in Deutschland sind mindestens 168 Tier- und Pflanzenarten bekannt, die nachweislich negative Auswirkungen auf unsere Artenvielfalt haben.

Welche gefährlichen Pflanzen stehen auf der Liste?
Die Liste der verbotenen invasiven Arten umfasst laut dem Bundesamt für Naturschutz folgende 41 Pflanzenarten. Sie dürfen nicht in die EU eingeführt, gehandelt oder angepflanzt werden.
| Pflanzenart | Deutscher Name | In Deutschland bereits wildlebend? |
|---|---|---|
| Acacia salgina | Weidenblatt-Akazie | nein |
| Aliantus altissima | Götterbaum | ja |
| Alternanthera philoxeroides | Alligatorkraut | nein |
| Andropogon virginicus | Blaustängelige Besenegge | nein |
| Asclepias syriaca | Gewöhnliche Seidenpflanze | ja |
| Baccharis halimifolia | Kreuzstrauch | nein |
| Cabomba caroliniana | Karolina-Haarnixe | ja |
| Cardiospermum grandiflorum | Ballonwein | nein |
| Celastrus orbiculatus | Rundblättriger Baumwürger | ja |
| Cortaderia jubata | Pampasgras | nein |
| Eichhornia crassipes | Wasserhyazinthe | ja |
| Ehrharta calycina | Steppengras | nein |
| Elodea nuttalli | Schmalblättrige Wasserpest | ja |
| Gunnera tinctoria | Chilenischer Riesenrhabarber | nein |
| Gymnocoronis spilanthoides | Falscher Wasserfreund | nein |
| Hakea sericea | Nadelblättriges Nadelkissen | nein |
| Heracleum mantegazzianum | Riesenbärenklau | ja |
| Heracleum persicum | Persischer Bärenklau | nein |
| Heracleum sosnowskyi | Sosnowskyi Bärenklau | ja |
| Humulus scandens | Japanischer Hopfen | ja |
| Hydrocotyle ranunculoides | Großer Wassernabel | ja |
| Impatiens glandulifera | Großblütiges Heusenkraut | ja |
| Koenigia polystachya | Himalaja-Bergknöterich | ja |
| Lagarosiphon major | Wechselblatt-Wasserpest | ja |
| Lespedeza cuneata | Chinesischer Buschklee | nein |
| Ludwigia grandiflora | Großblütiges Heusenkraut | ja |
| Ludwidiga peploides | Flutendes Heusenkraut | ja |
| Lygodium japonicum | Japanischer Kletterfarn | nein |
| Lysichiton americanus | Gelbe Scheincalla | ja |
| Microstegium vimineum | Japanisches Stelzengras | nein |
| Myriophyllum aquaticum | Brasilianisches Tausendblatt | ja |
| Myriophyllum heterphyllum | Verschiedenblättriges Tausendblatt | ja |
| Parthenium hysterophorus | Karottenkraut | ja |
| Pennisetum setaceum | Afrikanisches Lampenputzergras | nein |
| Persicaria perfoliata | Durchwachsener Knöterich | ja |
| Pistia stratiotes | Wassersalat | ja |
| Prosopis juliflora | Mesquitebaum | nein |
| Pueraria lobata | Kudzu | nein |
| Rugulopteryx okamurae | Okamuras Braunalge | nein |
| Salvinia molesta | Lästiger Schwimmfarn | ja |
| Triadica sebifera | Chinesischer Talgbaum | nein |
Invasive Art im Garten: Wie geht man dagegen vor?
Wer eine invasive Art in seinem Garten entdeckt, sollte nicht unruhig werden, dennoch zeitnah handeln. Als erster Schritt sollten die Pflanzen zurückgeschnitten werden, bevor sie Samen bilden können. Sie können sich sonst verbreiten und machen das Problem in Ihrem Garten nur noch schlimmer. Als nächsten Schritt sollten Sie die betroffene Pflanze samt Wurzel ausgraben. Achten Sie dabei darauf, möglichst alle Wurzeln zu erwischen – ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die Pflanze nachwächst. Die Pflanzenteile, die nicht der Fortpflanzung der Pflanze dienen, können einfach kompostiert werden.
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Gängige Unkrautvernichter (Herbizide) sind nicht immer wirksam und können auch die bereits vorhandenen Pflanzen beschädigen. Ganz wichtig: Entsorgen Sie die entfernten Pflanzen auf gar keinen Fall in der freien Natur. Sonst kann sich die invasive Art ungehindert in der Natur verbreiten. Das Schnittgut sollte also fachgerecht im Wertstoffhof entsorgt und vorab gut verpackt werden.
Orcas, Haie und Tiere im Meer
Schutz vor Invasion im Garten: Jeder kann einen Beitrag leisten
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) schreibt dazu: „Auch Privatpersonen wie beispielsweise Reisende können dazu beitragen, unbeabsichtigtes Einschleppen von invasiven Arten zu verhindern, indem sie die Kleidung, das Gepäck sowie die Ausrüstungsgegenstände vom Tauchen, Klettern oder Angeln reinigen. Sie sollen daher entsprechend sensibilisiert werden.“










