Für immer mehr Menschen in Deutschland sind erneuerbare Energien längst nicht mehr nur eine Option – für viele werden sie zu einer Notwendigkeit. Das Thema Heizung etwa ist seit der Debatte um das geltende Heizungsgesetz in vielen Haushalten präsent. In Neubaugebieten ist eine Heizung mit 65 Prozent erneuerbarem Energieanteil seit 1. Januar Pflicht. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein.
Daten von Finanztest deutlich: Versicherung für Photovoltaik boomt
Und noch ein Begriff wird in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert: autark. Er bedeutet, dass man die benötigte Energie in seinem Gebäude komplett oder nahezu selbst produziert.

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Oft wird der Begriff in Kombination mit Photovoltaik erwähnt. Erst jüngst hat eine Studie gezeigt, wie autark Hausbesitzer mit einer Solaranlage werden. Vor allem in Kombination mit einem erneuerbaren Wärmeerzeuger wie der Wärmepumpe ist eine PV-Anlage als Ergänzung sinnvoll. Doch auch in Kombination mit einer Gas- oder Ölheizung kann man mit einer Photovoltaik-Anlage deutliche Einsparungen erzielen.
Die zunehmende Beliebtheit der Solarenergie ist auch den Versicherungen nicht entgangen. Der Stiftung Warentest zufolge hat sich das Angebot an Photovoltaik-Versicherungen am Markt im Vergleich zum letzten Test 2017 verdoppelt. Wie sinnvoll ist eine solche Versicherung für Hausbesitzer? Und worauf ist zu achten? Diesen Fragen sind die Experten von Finanztest auf den Grund gegangen. Fakt ist: Eine Versicherungspflicht für Solaranlagen gibt es nicht.
Photovoltaik-Versicherung im Check: Finanztest rät zu drei Optionen
Mit Blick auf die Investitionskosten einer Photovoltaikanlage ist die Absicherung aus Sicht der Tester aber sinnvoll. Hausbesitzer haben drei Möglichkeiten, ihre PV-Anlage zu versichern:
- Über die Wohngebäudeversicherung, welche die Solaranlage umfasst
- Über einen Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung
- Über eine separate Photovoltaik-Versicherung
Im aktuellen Finanztest zur Photovoltaikpolice via „test.de“ informiert die Stiftung Warentest umfassend über alle drei Optionen. Wir haben uns im folgenden ausschließlich auf die separaten Versicherungspolicen außerhalb einer Wohngebäudeversicherung beschränkt. Diese gibt es im Test für 65 bis 107 Euro pro Jahr. Im Unterschied zum Basisschutz in einer Gebäudepolice deckt eine separate Versicherung für PV-Anlagen oft mehr Schäden ab – etwa durch Tierbisse oder Diebstahl.
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Mindestschutz für Photovoltaik: Was eine Versicherung bieten sollte
Bewertet wurden dabei neben dem Jahresbeitrag auch der Selbstbehalt, die Entschädigungsdauer im Schadensfall, die maximale Entschädigungshöhe und die Mitversicherung von Stromspeicher und Fremdstrombezug. Die gute Nachricht: Alle von Finanztest aufgeführten Photovoltaik-Versicherungen bieten eine umfassende Absicherung und erfüllen alle Anforderungen des Finanztest-Mindestschutzes. Dazu zählen folgende Schäden und Posten:
- Brand, Blitzschlag, Überspannung durch Blitz, Explosion, Implosion, Leitungswasser, Sturm und Hagel
- Elementargefahren wie Überschwemmung, Rückstau, Schneedruck und Lawinen
- Schäden durch Wasser, Feuchtigkeit, Frost und Eisgang bis mindestens 25.000 Euro
- Grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls bis mindestens 3.000 Euro
- Bedienungsfehler, unsachgemäße Handhabung sowie Ungeschicklichkeit bis mindestens 25.000 Euro
- Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler bis zu Schäden in Höhe von mindestens 25.000 Euro
- Diebstahl und Einbruchdiebstahl bis zu einer Schadenhöhe von mindestens 1000 Euro, bzw. 10.000 Euro
- Tierbisse bis mindestens 3000 Euro
- Schäden durch Kurzschluss
- Schäden durch Überstrom und Überspannung
- Ertragsausfälle.
Photovoltaik im Test: Starke Versicherung für unter 80 Euro im Jahr
Die Versicherungen hat Finanztest anhand eines Modells bewertet. Ausgegangen wird im Test von einem privaten Betreiber, der sich eine Photovoltaikanlage mit sieben Kilowatt-Peak (kWp) Spitzenleistung und Batteriespeicher für 20.000 Euro angeschafft hat. Die Solaranlage wurde von einer Fachfirma installiert.
Die genannten Punkte sehen die Testexperten als notwendig an. Zusatzbausteine wie eine Mitversicherung von Stromspeicher und Fremdstrombezug können sinnvoll sein, werden von Finanztest aber nicht als zwingend eingestuft. Die günstigste Police im Test ist die ‚Photovoltaik Exklusiv‘ von Dema mit einem Jahresbeitrag von 65 Euro und einem Selbstbehalt von 150 Euro pro Schaden. Die maximale Entschädigungshöhe ist unbegrenzt.
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Photovoltaik wie versichern? Finanztest gibt eine klare Empfehlung
Ebenfalls für unter 80 Euro im Jahr gibt es die ‚Smart Home‘ von Signal Iduna für 70 Euro Jahresbeitrag und 150 Euro Selbstbehalt. Im Unterschied zur Dema ist die maximale Entschädigungshöhe aber auf 2,5 Euro je kWp begrenzt. Etwas teurer im Jahresbeitrag sind die Versicherungspolicen von Oberösterreichische mit 69 Euro pro Jahr im Tarif ‚KlimaPro‘ und 98 Euro für das erweiterte Pluspaket. Dafür gibt es bei beiden Photovoltaik-Versicherungen keinen Selbstbehalt.
Die Empfehlung der Finanztester: Die Photovoltaik-Versicherung am besten in die Wohngebäudeversicherung integrieren. Werden bei einem Unwetter Haus und Solaranlage beschädigt, muss man den Schaden nur mit einer Versicherung abwickeln. Hat man zwei verschiedene Versicherungen, besteht zudem die Gefahr, dass im Schadensfall nicht klar ist, welche Versicherung sich in welcher Schadenshöhe beteiligt. Etwa, wenn ein Hochwasser das komplette Gebäude beschädigt.
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Versicherung für Balkonkraftwerke: Diese Policen zunächst prüfen
Neben der Wohngebäudeversicherung beinhalten auch einige Privathaftpflichtversicherungen einen Schutz für Photovoltaikanlagen. Das ist etwa bei kleinen Anlagen oder einem Balkonkraftwerk interessant. Auch für kleinere Solaranlagen im Garten kann eine Privathaftpflicht oder spezielle Elektronikversicherung die bessere Wahl sein. Diese Versicherungen kommen ebenfalls für die meisten Schäden auf. Meist aber nicht für Ertragsausfälle, was bei kleinen Anlagen aber meist vernachlässigbar ist.
Privathaftpflichtversicherung für Photovoltaik:
Versicherung für Photovoltaik: Woran Hausbesitzer immer denken sollten
Laut Finanztip sind Balkonkraftwerke ohnehin nicht über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Neben einer Privathaftpflicht ist die Hausratversicherung der richtige Weg. In den meisten neuen Verträgen sind die Mini-Solaranlagen schon standardmäßig im Versicherungsschutz inbegriffen. Ein Beispiel ist die Hausratversicherung von Friday* ab 1,79 Euro pro Monat. Gerade bei kleinen PV-Anlagen lohnt sich daher der Blick in die Versicherungsunterlagen.
Möglicherweise deckt eine bestehende Hausrat- oder Haftpflichtversicherung die Schäden an der Solaranlage ab. Generell ist es immer ratsam, die Versicherungen über eine neue Photovoltaikanlage zu informieren. Denn unabhängig von der Größe werden sie als Gefahrenerhöhung angesehen und man riskiert seinen Versicherungsschutz, wenn man sie nicht gemeldet hat. Am besten ist, die Versicherung noch vor Baubeginn in Kenntnis zu setzen.
1. Wie viel kostet eine Versicherung für eine Photovoltaikanlage?
Die Preise unterscheiden sich je nach Versicherungspolice. Einen Zusatzbaustein für die Wohngebäudepolice gibt es schon ab 35 Euro. Eine separate Photovoltaik-Versicherung mit Finanztest-Mindestschutz kostet 65 bis 107 Euro jährlich.
2. Wie werden Photovoltaikanlagen versichert?
Eine Photovoltaikanlage kann über die Wohngebäude- beziehungsweise Elementarschadenversicherung oder über eine separate Photovoltaikversicherung versichert werden. Am günstigsten sind im Test der Stiftung Warentest die Zusatzbausteine für die Wohngebäudepolice. Separate PV-Versicherungen sind oft teurer, bieten zum Teil aber noch etwas umfangreichere Leistungen.
3. Ist eine Photovoltaikanlage in der Wohngebäudeversicherung mitversichert?
In vielen Gebäudeversicherungen kann die Solaranlage mitversichert werden. Manche Versicherungen bieten auch Zusatzbausteine an. Diese Option ist oft preiswerter als eine separate PV-Versicherung und wird von den Testexperten von Finanztest empfohlen. Im Schadensfall muss man sich nur mit einer Versicherung in Verbindung setzen.
4. Wie muss eine PV-Anlage abgesichert werden?
Eine allgemeine Versicherungspflicht für Photovoltaikanlagen gibt es nicht. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten kann eine PV-Versicherung aber sinnvoll sein. Für eine Wohngebäudeversicherung gibt es oft Zusatzbausteine – im Test der Stiftung Warentest schon ab 35 Euro jährlich. Im Schadensfall wird nicht nur der Schaden an der Anlage ersetzt, sondern in vielen Tarifen auch der entstandene finanzielle Schaden.
5. Was ist eine Betreiberhaftpflicht?
Die Betreiberhaftpflicht ist genau wie die Wohngebäudepolice eine Versicherung. Sie deckt alle Schäden an Teilen ab, die zur PV-Anlage gehören. Dazu zählen etwa PV-Module, Montagerahmen, Befestigungselemente, Wechselrichter oder die Verkabelung. Selbst Batteriespeicher werden von einigen Versicherern im Rahmen der Betreiberhaftpflicht abgedeckt.
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