Über Wochen konnten sich Sparerinnen und Sparer kaum vor neuen Angeboten retten. Nach den mehrfachen Leitzinsanpassungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte es einen regelrechten Boom an neuen Angeboten für ein Tages- und Festgeld gegeben – seit einigen Wochen haben sich die Zinsen bei nahezu allen Banken aber stabil eingependelt. Mehr noch: Einige Finanzdienstleister wie Klarna haben ihren Zinsen sogar schon gesenkt.

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Umso mehr lohnt sich ein Vergleich. Die beiden Direktbanken führen das Ranking der besten Tages- und Festgeldangebote an. Zwei prominente Vertreter dieser Bankengruppe sind die Check24-Tochter C24* und die N26 Bank* mit Sitz in Berlin. Beide haben ein Tagesgeld am Start. Bei der N26 ist es noch vergleichsweise jung. Wir haben uns beide Angebote angeschaut und direkt verglichen. Wo kommen Sparer besser weg?
1. Zinssatz
- Die C24 gibt 2 % Zinsen bis zum 31. Dezember für alle Neukunden – die Konditionen ab 1. Januar 2024 sind offen.
- Die N26 zahlt pauschal 2,6 % Zinsen für ein Jahr an Neukunden, wenn das Giro- und Tagesgeldkonto bis zum 31. Januar 2024 eröffnet wird. Bei Bestandskunden richtet sich die Höhe der Zinsen nach ihrem Kontomodell:
| Girokonto | Zinsen |
| N26 Standard | 1,26 Prozent |
| N26 You und Smart | 2,26 Prozent |
| N26 Metal | 2,60 Prozent |
2. Voraussetzung
- Sowohl die C24 als auch die N26 setzen ein Girokonto voraus – beide Banken bieten ein gebührenfreies Standard-Girokonto sowie verschiedene Premiummodelle an.
- Bei der N26 gibt es die 2,6 % Zinsen ausschließlich für Neukunden, die C24 macht hier keinen Unterschied.
- Bei beiden Banken müssen sich Neukunden einmalig für das neue Girokonto verifizieren.
3. Kontomodell (IBAN)
- Die C24 bietet kein Tagesgeldkonto, sondern ein sogenanntes ‚Pocket‘ an. Ein Pocket ist ein Unterkonto ohne eigene IBAN – also kein richtiges Konto. Ein- und Auszahlungen sind nur über das Girokonto bei der C24 möglich. Das Pocket ist somit nur eine Art Parkplatz
- Die N26 bietet ein traditionelles Tagesgeldkonto mit eigener IBAN an. Bedeutet: Sparer können auch von externen Konten auf das Tagesgeldkonto einzahlen. Es muss nicht zwangsläufig alles über das Girokonto laufen.
4. Einlagensicherung
- Sowohl die C24 (Frankfurt am Main) als auch die N26 (Berlin) haben ihre Niederlassung in Deutschland – somit fallen alle beide unter die deutsche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunden und Bank, sollte es bei einer Bank zur Zahlungsunfähigkeit kommen. Der Staat bürgt für die Ersparnisse der Kunden.
5. Erfahrung von Kunden
- Die C24 wird über Trustpilot im Schnitt mit 4,9 von fünf möglichen Sternen bewertet
- Die N26 wird über Trustpilot im Schnitt mit 3,5 von fünf möglichen Sternen bewertet
Tagesgeld der C24 und N26: Im Detail zeigen sich die Unterschiede
Beide Angebote haben Vorzüge. Die N26 garantiert ihr Neukundenangebot bis zum 31. Januar 2024 und die 2,6 Prozent Zinsen für ein ganzes Jahr. Bei der C24 sind es mit zwei Prozent Zinsen für das Tagesgeldpocket etwas weniger und die Konditionen sind ab Januar 2024 aktuell noch ungewiss. Dafür bietet die Check24-Tochter zusätzlich zum Tagesgeld noch zwei Prozent Guthaben-Zinsen auf das Girokonto.
Von Nutzerinnen und Nutzern werden die Banken unterschiedlich gut bewertet. Via „Trustpilot“ gibt es für die N26 über 29.000 und für die noch recht junge Bank C24 etwas mehr als 6000 Bewertungen. Aus diesen errechnet sich der oben genannte TrustScore bei Trustpilot. Wir haben uns einige Erfahrungsberichte angeschaut und die wichtigsten Pro- und Kontrapunkte für die beiden Banken zusammengefasst.
Was ist Trustpilot?
Trustpilot ist eine bekannte Online-Bewertungsplattform, die es Verbrauchern ermöglicht, ihre Erfahrungen mit Unternehmen zu teilen und Bewertungen abzugeben. Gegründet im Jahr 2007 in Dänemark, hat sich Trustpilot schnell zu einer globalen Präsenz entwickelt und bietet laut eigenen Angaben eine transparente und zugleich unabhängige Bewertungs- und Feedback-Plattform für Kunden und Unternehmen an.
Da die Bewertungen von privaten Nutzern verfasst werden, lassen sie sich nicht überprüfen. Viele Berichte zu einem Unternehmen können aber eine Orientierung sein und ein Stimmungsbild vermitteln. Die Nutzung von Trustpilot ist kostenlos. Eine Alternative zu Trustpilot sind die Testberichte der Stiftung Warentest. Diese sind jedoch in den meisten Fällen kostenpflichtig.
Erfahrungsberichte zur C24: Was Kunden besonders gut gefällt
Pro:
- Kontoeröffnung: Vielfach ist von einer schnellen und einfachen Prozedur zur Kontoeröffnung zu lesen.
- App: Die App wird als intuitiv und übersichtlich beschrieben, was die Kontoführung erleichtert.
- Konditionen: Mehrere Kunden schätzen die als attraktiv beschriebenen Konditionen und die kostenlose Kontoführung.
- Überweisung: Positiv erwähnt wird auch die zügige Überweisungsgeschwindigkeit.
- Kundenservice: In einigen Bewertungen wird der Kundenservice für seine Hilfsbereitschaft und Effizienz gelobt.
Derzeit finden sich nicht ausreichend negative Erfahrungsberichte, um allgemeine Aussagen zu treffen. Sobald mehr Bewertungen und Erfahrungsberichte zur C24 vorliegen, werden wir diese ergänzen.
Erfahrungsberichte zur N26: Ein Kritikpunkt nennen Nutzer häufig
Pro:
- Kundenservice: Vielfach gelobt wird der als schnell und hilfreich beschriebene Kundenservice.
- Kontoeröffnung: Diese funktioniert vielen Kunden zufolge unkompliziert und zügig
- App: Positiv bewertet werden die Funktionen der App, wie etwa die „Spaces“ für die Budgetverwaltung
- Kontofunktionen: Die Funktionen und die Erreichbarkeit der Kontoverwaltung werden lobend erwähnt
Kontra:
- Konto und Service: Einige Kunden berichten von Schwierigkeiten beim Kontozugriff und mangelnde Support-Unterstützung
- Kundensupport: Negativ genannt wird in einigen Bewertungen der Kontakt zu Support-Mitarbeitern von N26.
- Sicherheitsbedenken: Es gibt Berichte über Sicherheitsbedenken, insbesondere im Zusammenhang mit Betrugsfällen und dem Schutz des Kundenkontos.
- Kundenservice: Kunden bemängeln die eingeschränkte Funktionalität und Erreichbarkeit des Kundenservices, insbesondere bei Problemen mit der Karte oder dem Konto.
Zu beachten ist, dass Kundenbewertungen subjektiv sind und sich auf individuelle Erfahrungen beziehen. Wir haben uns viele über Trustpilot verfügbaren Bewertungen zu beiden Banken angeschaut und versucht, häufig genannte Punkte zu finden und diese grob zusammenzufassen. Erfahrungsberichte sollten trotzdem immer nur als Orientierung dienen. Schlussendlich ist die Wahl einer Bank eine individuelle Entscheidung.
Fazit zum Tagesgeld: N26 hat gegenüber der C24 mehrere Vorteile
Persönliche Präferenzen außer Acht gelassen, bietet die N26 ein etwas besseres Angebot an – und das nicht nur wegen der Zinsen. Das Tagesgeldkonto kommt mit eigener IBAN und die Konditionen nach der Eröffnung sind transparent. Bei der C24 ist aktuell noch einiges unklar. Bisher sind die Zinsen für das Tagesgeldpocket und das Girokontoguthaben nur bis zum 31. Dezember fest. Trotzdem kann die Check24-Tochter für einige Nutzer interessant sein.
Während die N26 bei allen Kontomodellen bloß Debitkarten ausgibt, kann bei der C24 auch eine Girokarte (EC-Karte) zusätzlich zur Kreditkarte bestellt werden. Als eine der wenigen Banken in Deutschland gewährt die C24 zudem einen Guthabenzins. Ein weiterer Vorteil: Wer regelmäßig Check24 als Vergleichsportal nutzt, kann seine Verträge in der C24-App erfassen und vergleichen lassen – Bank und Vergleichsportal sind sehr gut vernetzt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Tagesgeld
1. Was ist Tagesgeld?
Tagesgeld ist eine klassische Form von Sparanlage. Bei dieser wird das Geld auf einem speziellen Konto (Tagesgeldkonto) bei einer Bank einbezahlt. Die Besonderheit: Der Sparer kann jederzeit auf sein Geld zugreifen und zusätzlich Zinsen auf den eingezahlten Betrag bekommen.
2. Was bedeutet Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung ist ein Mechanismus, der das Geld bei einer Bank bis zu einem bestimmten Betrag absichert – falls die Bank insolvent werden sollte. In der Europäischen Union sind Einlagen von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch gesetzliche Einlagensicherungssysteme geschützt. Zahlreiche Banken in Deutschland sind zusätzlich in freiwilligen Einlagensicherungsfonds organisiert – diese gewährleisten noch höhere Sicherungen.
3. Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld, Festgeld und Wertpapieren?
Der Hauptunterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht in der Verfügbarkeit des Geldes und der Zinsstruktur. Bei einem Tagesgeldkonto haben Sparer jederzeit Zugriff auf ihr Geld und die Zinsen werden in der Regel jährlich gutgeschrieben. Bei einem Festgeldkonto legen die Bankkunden ihr Geld für einen festen Zeitraum an und können während dieser Zeit nicht darauf zugreifen. Dafür ist der Zinssatz oft höher und für die gesamte Laufzeit garantiert.
Tagesgeld und Wertpapiere sind unterschiedliche Anlageformen. Tagesgeld ist sicher und flexibel – es bietet aber meist nur geringe Zinsen. Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fonds haben das Potenzial für höhere Renditen – sind aber auch mit einem höheren Risiko verbunden. Wertpapiere können im Wert schwanken und es ist möglich, dass beim Verkauf weniger zurückkommt als ursprünglich investiert wurde.
4. Worauf sollten Sparer beim Vergleich von Tagesgeldkonten achten?
Folgende Faktoren sollten Sparer beim Vergleich von Tagesgeldkonten berücksichtigen:
- Zinssatz: Ein höherer Zinssatz bedeutet mehr Ertrag für das Geld. Zu beachten ist: Einige Banken bieten nur für einen begrenzten Zeitraum hohe Zinssätze an.
- Zinszahlungsintervall: Manche Banken zahlen die Zinsen jährlich aus – andere quartalsweise oder monatlich. Eine mehrmalige Zinszahlung kann vorteilhaft sein – auf diese Weise profitiert man vom Zinseszinseffekt.
- Einlagensicherung: Die Bank sollte ein anerkanntes Einlagensicherungssystem haben. In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro per Gesetz geschützt.
- Gebühren: Einige Banken erheben Gebühren für die Kontoführung oder für bestimmte Dienstleistungen. Über diese Gebühren sollte man sich vor Abschluss informieren.
- Kundenservice: Guter Kundenservice kann wichtig sein – besonders, wenn es Probleme oder Fragen gibt. Im Idealfall bietet eine Bank verschiedene Kommunikationskanäle wie E-Mail, Telefon oder Live-Chat an.
- Online-Zugang: Ein gut gestaltetes Online-Banking-System kann das Verwalten des Kontos erleichtern. Es lohnt sich zu prüfen, ob die Bank eine benutzerfreundliche Webseite und gegebenenfalls eine mobile App hat.
- Mindest- und Höchstanlagebeträge: Manche Banken haben Vorgaben für den Mindest- oder Höchstbetrag, der auf dem Tagesgeldkonto liegen darf. Diese Limits sollten den individuellen Anforderungen entsprechen.
5. Sollte man nur auf das Tagesgeld setzen oder bieten sich andere Anlagenformen an?
Diese Entscheidung ist von den persönlichen Zielen, der Risikobereitschaft und der finanziellen Situation abhängig. Tagesgeld ist eine sichere Anlageform, die einen stetigen, wenn auch meist geringen Zinsertrag bietet und jederzeit verfügbar ist. Dies macht es zu einer guten Wahl für den Aufbau eines Notgroschens oder für Geld, das in absehbarer Zeit benötigt wird.
Für langfristige Sparziele oder zur Vermögensbildung kann es jedoch sinnvoll sein, auch andere Anlageformen zu berücksichtigen:
- Festgeld: Festgeldkonten bieten in der Regel höhere Zinsen als Tagesgeldkonten – aber man kann nicht jederzeit auf das Geld zugreifen. Das Festgeld kann eine gute Option sein, wenn Sparer wissen, dass sie das Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigen.
- Wertpapiere: Aktien, Anleihen und Fonds haben das Potenzial für höhere Renditen als Tagesgeld – bringen aber auch mehr Risiko mit sich. Sie könnten an Wert verlieren und am Ende kann man weniger Geld zurückbekommen, als man ursprünglich investiert hat.
- Immobilien: Immobilien können eine gute langfristige Investition sein und bieten sowohl das Potenzial für Kapitalwachstum als auch für Mieteinnahmen. Allerdings sind sie auch mit Kosten und Verpflichtungen verbunden und man benötigt ein erhebliches Startkapital.
- Sparpläne: Sparpläne erlauben regelmäßige Einzahlungen in verschiedene Anlageformen wie Aktien oder Fonds. Diese können besonders für langfristige Ziele wie die Altersvorsorge geeignet sein.
Eine breit gestreute Anlagestrategie – ein sogenanntes "Diversifiziertes Portfolio" – kann dabei helfen, Risiken zu minimieren und die Renditechancen zu optimieren. Ein Finanzberater kann helfen, die individuell passende Anlagestrategie zu finden. Auch Verbraucherschützer können beratend unterstützen. Es ist wichtig, dass die Anlageentscheidung auf der Grundlage der eigenen Ziele, Bedürfnisse und Risikobereitschaft getroffen wird. Neben der Beratung sollte man sich daher immer auch selbst über das Thema Geldanlage informieren.
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