Die Drohungen sind harsch, und sie zielen auf tiefsitzende Ängste vieler Verbraucher. „Negative Schufa“, „Pfändung“, „gerichtlich geltend machen“, „Gerichtsvollzieher“ und sogar „Haft“ lauten die Stichworte in dem offiziell wirkenden Brief. Inkassofirmen wollen damit echte oder vermeintliche Forderungen von Firmen eintreiben – und schlagen noch dicke Gebühren obendrauf.

Wer so einen Brief erhält, sollte jedoch erst einmal tief durchatmen. „Allein das Wort Inkasso löst oft schon Ängste aus“, sagt Rechtsexperte Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen. In vielen Fällen seien die Forderungen gänzlich unberechtigt. Die meisten der Drohungen wiederum sind in der Praxis unrealistisch.

Sind Gebühren von Inkasso-Unternehmen erlaubt?

Statt zu zahlen, sollten die Betroffenen den Fall genau prüfen und sich gegebenenfalls wehren. Nach Erhebungen der Verbraucherzen­tralen ist jede zweite Inkassoforderung nicht korrekt. Oft sind die Gebühren willkürlich festgesetzt, und viele der angeblichen Ansprüche sind von Anfang an nicht rechtens.