Den Job fürs Leben, von der Ausbildung bis zur Rente? Ihn wünschen sich viele, nur verlassen die Arbeitnehmenden in Deutschland im Schnitt alle sechs Jahre ein Unternehmen. Dabei gilt: Je jünger, desto häufiger. Auch die Branche entscheidet: Im öffentlichen Dienst ist die Zugehörigkeit zu einem Arbeitgeber länger als etwa in der Gastronomie.

Ein Effekt der wechselhaften Arbeitswelt: An Werktagen zwischen sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends werden jede Stunde rund 6000 Vorstellungsgespräche geführt.

Das rechnet einer der namhaftesten Experten Deutschlands für Bewerbungen vor, der Berliner Psychologe und Karriereberater Jürgen Hesse. Zugrunde legt er Zahlen des Statistischen Bundesamtes und seine langjährige Erfahrung: Bevor es mit einem neuen Job klappt, braucht es meist drei bis vier Gespräche. Hesse sagt: „Die Spielregeln zu kennen ist wichtig, es wird immer wichtiger.“

Denn: Auf der einen Seite suchen Optiker, Baufirmen und die Deutsche Bahn Leute. Zugleich streicht aber der Flugzeugbauer Airbus Stellen, müssen Mitarbeitende der vom Handelskonzern Metro abgestoßenen Supermarktkette Real um ihre Jobs bangen, machen der deutschen Industrie Handelskonflikte, der Brexit, eine schwächere Weltkonjunktur zu schaffen.