Um 18 Uhr kommt der Anruf. Es gibt eine Leber in Süddeutschland. Schon einige Kliniken haben das Organ abgelehnt. Die Spenderin ist über 80 Jahre alt, die Leber damit von minderer Qualität. Georg Lurje geht seine Liste durch. Es ist eine Warteliste der Dringlichkeit, ganz oben stehen die, denen es am schlechtesten geht. Die Todkranken. Nicht jeder von ihnen wird es schaffen, es gibt nicht genug Organe.

Aus unterschiedlichen Gründen, einmal, weil Spenderorgane von Menschen über 65 als Risiko betrachtet werden, und weil sich nicht genug Menschen bereit erklären, nach ihrem Tod, einem anderen zu helfen. Allein Jahr 2020 haben 7338 Menschen in Deutschland auf eine Spenderniere gehofft und 891 auf eine passende Spenderleber. Insgesamt gab es aber nur 959 Organspender im selben Jahr.

Neue Transplantationstechnik: Leber wird mit Spenderblut durchgespült

Dazu kommen Transplantationsskandale in der Vergangenheit, die das Vertrauen in die gerechte Vergabe befleckt haben. Die Zuteilung eines Organs wird durch das Netzwerk Eurotransplant nach Dringlichkeit geregelt.