Sie sind gekommen, um für ihr Land, ihren Wald und das Klima zu kämpfen: José Gregorio Diaz Mirabal, selbst ernannter Präsident von Amazonien, sein Vizepräsident Tuntiak Katán und sein Außenminister Juan Carlos Jintiach. Sie sind die Vertreter einer Region, die über neun Staaten Südamerikas hinweg vor allem aus Regenwald besteht, der Heimat von mehr als drei Millionen Indigenen. „Der Wald besucht Deutschland“, sagt Präsident Mirabal zur Begrüßung. Auf dem Kopf der Federschmuck, vor ihm Smartphone und Visitenkarte.

Herr Mirabal, indigene Gemeinschaften sind besonders abhängig von der Natur und dem Klima. Aktuell treffen sich in Bonn Hunderte Experten, um die nächste internationale Klimakonferenz im November in Chile vorzubereiten. Können solche Verhandlungen wirklich Ihre Heimat retten?


José Gregorio Diaz Mirabal: Ja und nein. Die Konferenzen machen zwar klar, dass wir als Menschheit ein Problem haben und wir dafür zusammenkommen müssen. Auch wir sind dort seit 20 Jahren dabei. Aber nur als Beobachter. Die eigentlichen Entscheidungen können wir also nicht beeinflussen, sie finden zwischen Staaten und Institutionen statt. Es hat zum Beispiel bis zur Pariser Klimakonferenz vor vier Jahren gedauert, bis die Rechte der Indigenen überhaupt ins Vorwort der Berichte aufgenommen wurden.


Tuntiak Katán: Auch das Geld, das dort für den Wald- und Klimaschutz beschlossen wird, bleibt irgendwo bei den Regierungen hängen und kommt nicht bei uns in den Gemeinden an.