Bei rund 80 Prozent der Covid-19-Patientinnen und –Patienten sind Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt. Einige von ihnen verlieren ihn infolge einer Infektion gar gänzlich. Zu diesem Ergebnis gelangte eine Untersuchung von Forscherinnen und Forschern um Daniel Larremore von der University of Colorado Boulder, die im Dezember vergangenen Jahres veröffentlicht wurde.

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Tatsächlich können die Viren bei einer Corona-Infektion Riechzellen in der Nasenschleimhaut zerstören. Nach überstandener Infektion regenerieren sich die betroffenen Zellen zumeist zwar wieder, einige Patientinnen und Patienten berichten allerdings auch von einer dauerhaften Störung ihres Geruchssinns. Grundsätzlich ist der Riechsinn häufiger bei Patientinnen und Patienten mit mildem Verlauf beeinträchtigt.
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Corona: Betroffene leiden mitunter Monate unter einem gestörten Riechsinn
Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um den Mediziner Jerome Lechien von der Universität Paris-Saclay, die im Fachblatt „Journal of Internal Medicine“ erschienen ist. Dort berichten die Forschenden unter anderem, dass obwohl die meisten Erkrankten bereits nach durchschnittlich drei Wochen wieder riechen können, einige auch noch Monate später von gestörten Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen betroffen sind.
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Dafür untersuchten Lechien und Team die Daten von 2581 COVID-19-Patientinnen und -Patienten aus insgesamt 18 europäischen Krankenhäusern, die zwischen März und Juni 2020 erhoben wurden. 85 Prozent der Betroffenen hätten demnach einen milden COVID-19-Verlauf gehabt, 4,3 Prozent einen mittelschweren und 10,7 Prozent seien schwer erkrankt gewesen.
Riechstörungen bei 85,9 Prozent der Corona-Infizierten mit mildem Verlauf
Nach Riechstörungen befragt, gaben immerhin 85,9 Prozent aus der Gruppe mit milden Verläufen an, betroffen gewesen zu sein. Zum Vergleich: Unter den Patientinnen und Patienten, die mittelschwer erkrankt waren, litten nur etwa 4,5 Prozent unter einer Beeinträchtigung ihres Geruchssinns. Bei den Personen mit schweren Verläufen waren es 6,9 Prozent.
Nach Angaben der Forschenden dauerte es im Schnitt drei Wochen, bis die Betroffenen wieder normal riechen konnten. 25 Prozent der Befragten gaben allerdings an, selbst nach 60 Tagen noch unter einer Beeinträchtigung ihres Riechsinns zu leiden.
Die Autorinnen und Autoren um Mediziner Lechien betonen allerdings, dass die Befragungsergebnisse der ernsthaft Erkrankten dadurch beeinflusst sein könnten, dass viele von ihnen zeitweise durch eine Nasensonde ernährt werden mussten.
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Parosmie: Betroffene riechen Fäkal- und Brandgeruch
Covid-19-Infizierte, die sich von ihrer Erkrankung erholen, berichten darüber hinaus auch oft von Fehlgerüchen. Dieses Phänomen wird Parosmie genannt. Patientinnen und Patienten riechen in der Erneuerungsphase der betroffenen Nervenzellen schlicht falsch. Zum Beispiel Fäkalgeruch, Abflussgeruch oder Brandgeruch. Für Betroffene kann das extrem belastend sein.
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Alles in allem erhole sich der Geruchssinn bei den meisten der Erkrankten jedoch, heißt es in der Studie der französischen Forschenden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass die Störung des Riechsinns vor allem bei mild Erkrankten auf eine im Vergleich zu schwerer Erkrankten unterschiedliche Antwort des Immunsystems zurückzuführen sein könnte.
Demnach würde sich das Virus nicht so weit im Körper ausbreiten, dafür jedoch eine lokale Entzündung des Geruchssystems verursachen. Eine weitere Hypothese der Forschenden lautet, dass das Virus die Nervenzellen im Riechkolben schädige. Dauer und Schwere der Geruchsstörungen würden in diesem Fall davon abhängen, wie viele Geruchszellen betroffen sind.
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