L.P. Steglitz-Zehlendorf - Pin AG statt Deutsche Post AG - immer mehr Berliner Behörden setzen beim Briefversand auf das Marzahner Unternehmen. So jetzt auch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf. Seit wenigen Wochen erledigt die Post, die «für Adressaten in und um Berlin bestimmt ist, zum großen Teil die Pin AG», so Waldemar Krause, Leiter der Abteilung Innere Dienste im Steglitzer Kreisel. Denn die Firma bedient nur Berlin, Potsdam und Leipzig. Für weitere Transportwege sowie «Einschreiben und Postzustellungsurkunden» hat der Bezirk weiterhin die Post beauftragt.

Auf diese Weise will Steglitz-Zehlendorf sparen. Wie viel, kann Krause nicht sagen. In anderen Rathäusern hingegen gibt es bereits genaue Zahlen. Gerhard Lawrentz (CDU), Baustadtrat in Tempelhof-Schöneberg, rechnet mit zirka 50 000 Euro weniger Porto jährlich. Lichtenberg, das sich als erster Bezirk am Pilotprojekt Zustellerwechsel beteiligte, hat nach Angaben seines Wirtschaftsstadtrates Andreas Prüfer (PDS) im ersten Quartal 2002 schon 25 000 Euro bei monatlich 36 000 Postsendungen eingespart.

Kein Wunder. Berechnet doch die Pin AG für den Transport eines Standardbriefes nur 45 Cent. Für eine Postkarte zahlt der Kunde lediglich 41 Cent, bei der Post 51 Cent. Voraussetzung allerdings: Er muss täglich mehr als 100 Briefe verschicken, um mit den Marzahnern ins Geschäft zu kommen.

Momentan befördert Pin AG nach eigenen Angaben 700 000 Briefe täglich. Neben 24 Finanzämtern haben inzwischen auch sechs Bezirksämter den Service gebucht. «Wir hatten bei der Umstellung kaum Klagen», berichtet Krause. «Es läuft alles sehr professionell.»