Lichterfelde - Sechs Monate nach dem Richtfest Anfang Dezember 2001 wird heute um 16 Uhr die offizielle Eröffnung der Kranold-Arkaden am S-Bahnhof Lichterfelde Ost gefeiert. Und morgen schließt sich von 17 bis 23 Uhr ein Sommerfest an, an dem sich alle Gewerbetreibenden rund um den Kranoldplatz beteiligen. Alle Geschäfte, auch im benachbarten Ferdinandmarkt, werden ihre Läden bis 20 Uhr offen halten.

Das insgesamt 110 Meter lange Wohn- und Geschäftshaus ist auf der früheren Bahnböschung errichtet worden und verleiht dem Kranoldplatz ein völlig neues Aussehen. Bis Ende 2000 war der Kranoldplatz auf der Westseite unbebaut und offen, mit der von einigen Pappeln bestandenen Bahnböschung. Der Neubau, der sich in Form und Gestaltung harmonisch in die Umgebung einfügt, schließt diese Lücke und macht das Kiezzentrum erst wirklich zu einem Platz.

Der Gebäuderiegel ist in vier Einzelhäuser gegliedert, deren Fassaden mit verschiedenen Rot-, Ocker- und Gelbtönen gestrichen sind. Am südlichen Ende des Neubaus wird zudem das denkmalgeschützte Stellwerkhäuschen integriert.

Problemen wegen Lärm und Erschütterungen hat der Bauherr vorgebeugt: Zur Bahnstrecke hin ist das Bauwerk mit einer Spundwand und einer ein Meter dahinter stehenden Schallschutzwand komplett abgeschirmt. Zudem steht das gesamte Gebäude auf einem federnden Fundament.

In 18-monatiger Bauzeit sind für etwa 7,6 Millionen Euro insgesamt 16 Wohnungen und ebenso viele Geschäfte entstanden.

Dem Investor, die Familie Michael Müller-Degenhardt, ist es dabei gelungen, einen bunten Branchenmix in dem Neubau unterzubringen, der das Dienstleistungs- und Warenangebot am südlichen Ende der Lankwitzer Straße mit dem Kranoldplatz ergänzt: Zu den Ladenmietern zählen u. a. ein Friseur, eine Pizzeria, eine Croissanterie, das Sportfachgeschäft der Kette «XX Sport», ein Sonnenstudio, ein Juweliergeschäft sowie eine Änderungsschneiderei. Darüber hinaus gibt es in den neuen Kranold-Arkaden ein Automatenkasino, ein Optik- und Akustikerfachgeschäft, einen Schlüsseldienst, den Herrenausstatter «Sir Henry», Karins Jeansshop, das Textilgeschäft Modeblitz, einen Telefonshop und das Fachgeschäft Bodenbeläge Samland. Schließlich ist im ersten Obergeschoss eine neue Filiale der Deutschen Bank mit einem Selbstbedienungsbereich im Parterre entstanden.

Lediglich das alte Stellwerk der Bahn ist derzeit noch eine Baustelle. Grund dafür ist, dass für den Einbau eines großen Wintergartens in den denkmalgeschützten Klinkerbau eine gesonderte Baugenehmigung benötigt wurde. Dort wird - voraussichtlich spätestens bis Jahresende - auf drei Etagen ein mexikanisches Restaurant mit einer Bar im obersten Geschoss einziehen. Und am anderen Ende der Zeile, am Eingang des S-Bahnhofs, soll noch ein Laden für Reiseproviant den Schnell-Imbiss «Grillstation» ersetzen.