Bonn - Patienten mit krankhaft erhöhter Blutgerinnung können nach einem Gentest künftig gezielter behandelt werden als bisher.

Mediziner der Bonner Universitätsklinik haben herausgefunden, warum die Betroffenen unterschiedlich auf den zur Behandlung der Erkrankung eingesetzten Wirkstoff Cumarin reagieren. Ein Gen, das bei der Blutgerinnung eine wesentliche Rolle spielt, kann in verschiedenen Varianten vorkommen, von denen manche auf die Gerinnungshemmer stärker ansprechen als andere. In Deutschland sind 800 000 Patienten wegen einer krankhaft erhöhten Blutgerinnung auf eine teils lebenslange Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten angewiesen.

"Durch eine Analyse der Genvarianten können nun bereits im Vorfeld einer Behandlung mit Gerinnungshemmern Patienten mit hohem oder niedrigem Cumarinbedarf identifiziert werden", sagte Professor Johannes Oldenburg. Bislang tasteten sich die Mediziner für jeden Patienten schrittweise von einer durchschnittlichen Anfangsmenge an die jeweils passende Cumarin-Menge heran. dpa