Stelle man sich beispielsweise die Frage "Soll ich mich von meinem Partner trennen?" und ziehe anschließend zufällig den "Tod", der Ende und Neuanfang symbolisiere, seien Lebensentscheidungen programmiert, die man sehr bereue, sagt der Zauberer und Okkultismusbeauftragte des bayerischen Lehrerverbandes, Wolfgang Hund. Kunden sind beim Besuch eines Kartenlegers oft überrascht, was er über sie alles weiß. Die Karten scheinen dann wirklich Auskunft zu geben. "Dabei kann man mit psychologischen Techniken einiges über jemanden in Erfahrung bringen, ohne dass dieser es merkt", sagt Hund. Dazu gehöre die Interview-Technik des sogenannten "cold reading" ("kalte Deutung"), mit deren Hilfe der Eindruck vorhandenen Wissens über die andere Person vermittelt werde. Dabei gäben einfach Kleidung, Körperhaltung oder Mimik bereits vieles über einen Menschen preis.
"Die 13. Goldene Regel des Wahrsagens ist: Erzählen Sie, was der andere hören will", sagt Hund. Eine stimmungsvolle Atmosphäre mit Kerzen und das Legen von Tarot gäben einen geheimnisvollen Touch und seien Hilfsmittel, die den Kunden einschläfern sollten. Habe der Kunde Vertrauen aufgebaut, glaube er vieles von dem, was der Wahrsager ihm erzähle. "Stimmt mal was nicht, neigen Menschen dazu, dies zu verdrängen", sagt Hund.

