Düsseldorf - Wenn die Augen jucken und brennen, ist oft ein Fremdkörper die Ursache - eine kleine Wimper oder ein Sandkorn, das sich schnell wieder entfernen lässt. "Augenrötungen, Fremdkörpergefühl, Kratzen und Brennen können jedoch auch Ausdruck eines gestörten Tränenfilms, das heißt eines trockenen Auges sein", erklärt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte in Düsseldorf. Paradoxerweise ist auch verstärkter Tränenfluss ein Anzeichen für ein trockenes Auge.

"Der Tränenfilm besteht aus einer flüssigen Phase und einer Lipidschicht, wobei diese Fettschicht von den Drüsen an den Lidrändern und die Flüssigkeit von den Tränendrüsen produziert wird", erläutert Prof. Manfred Zierhut vom Uniklinikum Tübingen. Wenn die Lidränder erkrankt sind wie bei einer Entzündung, wird zu wenig Fett gebildet. Die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert sich. Die geringere Lipidkonzentration führe dazu, dass die Augenoberfläche zu schnell austrocknet. "Es wird zwar weiter genug Flüssigkeit produziert. Die Dauer der Befeuchtung der Augenoberfläche ist jedoch zu gering", so Zierhut.

Ist die Tränenfilm-Zusammensetzung gestört, werde mehr Flüssigkeit produziert, und die Augen beginnen zu tränen. Laut Eckert gibt es Faktoren, die gerade im Winter das Leiden auslösen oder verstärken können. Dazu zählen trockene Luft in Räumen und aktives wie passives Rauchen.

Auch die "Blickpunktmonotonie" ist oft Auslöser für das Jucken und Brennen. Beim Autofahren, Fernsehgucken oder bei Computerarbeit wird konzentriert auf einen Punkt geschaut und häufig das Blinzeln vergessen. "Dabei sorgt gerade der regelmäßige Lidschlag für einen frischen Tränenfilm", erklärt Eckert.

Fehlsichtigkeit oder eine falsche Brille kann ebenfalls Ursache für das Spannungsgefühl sein. Ist das Augenpaar mit Brille oder Kontaktlinsen nur unvollständig korrigiert, versuche das Gehirn, den Restfehler auszugleichen. "Diese Selbstkorrektur geschieht reflektorisch, ist jedoch anstrengend", so Horst Dauter vom Berufsverband deutscher Augenoptiker. Das Gefühl von "Sand in den Augen", Kopfschmerzen und Migräne seien die Folgen. Dies sei eine Art "Augenmuskelkater", der durch bessere optische Versorgung beseitigt werden kann.

Wer nur gelegentlich betroffen ist, kann sich gut selbst helfen. In klimatisierten Räumen sollte für genügend Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Wichtig ist es auch, immer mal wieder die Augenlider bewusst zu öffnen und zu schließen. Bei der Computerarbeit sollte der Blick auch mal vom Monitor abgewendet werden.

Meist wird bei Beschwerden auch auf Augentropfen zurückgegriffen. "Falls diese über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, sollte man darauf achten, dass sie keine Konservierungsmittel enthalten", warnt Eckert. dpa