Als erster der großen drei schloss Warner Music mit dem Berliner Start-up einen Lizenzvertrag. Die Vereinbarung deckt sowohl das werbefinanzierte Soundcloud-Angebot ab, als auch einen Abo-Dienst, der in der ersten Jahreshälfte 2015 eingeführt werden soll. Demnach erhält Warner Gebühren, wenn Songs von Künstlern des Labels abgespielt werden. Zugleich beteiligt sich Warner an Soundcloud.
Lizenvereinbarungen sind für Soundcloud essentiell. Das Start-up arbeitet im Graubereich. Anfangs von semiprofessionellen Bands und DJs genutzt, um Demos ins Netz zu stellen, werden heute von den monatlich mehr als 175 Millionen Nutzern in jeder Minute Audiodateien im Volumen von zwölf Stunden hochgeladen. Darunter viele Musikstücke, für die Soundcloud keine Lizenzen hat. Unter anderem an der unklaren Rechtslage war zu Jahresbeginn die geplante Übernahme durch den Kurznachrichtendienst Twitter gescheitert.
Soundcloud ist bisher grundsätzlich kostenlos für Hörer. Musiker, die in großen Mengen Songs hochladen wollen, werden zur Kasse gebeten. Auch nach dem Start des Abo-Dienstes werde Soundcloud einen Gratis-Dienst behalten, sagte Firmenchef Alexander Ljung dem „Wall Street Journal“.
Das 2008 gegründete Unternehmen gehört zu den international bekanntesten Berliner Start-ups. 2013 hat Soundcloud bei einem Umsatz von rund 11,3 Millionen Euro einen Verlust von 23,1 Millionen Euro angehäuft. Das 2007 gegründete Unternehmen hat mehr als 123 Millionen Dollar Wagniskapital bei Investoren eingesammelt. Warner Music ist einer der drei verbliebenen großen Musik-Konzerne neben Universal Music und Sony Music.
dpa

