Musik-Streaming

Twitter kooperiert mit Berliner Musikplattform Soundcloud

Der US-Kurznachrichtendienst Twitter kooperiert bei seinem neuen Musikangebot Twitter Audio Card mit dem Berliner Musikportal Soundcloud.

Das neue Angebot soll es Twitter-Nutzern ermöglichen, Musikstücke in ihrer Timeline zu hören. Twitter hatte bereits versucht, mit einer eigenen App stärker vom Interesse seiner Nutzer an Musik zu profitieren. Die Anwendung wurde jedoch nach einem Jahr eingestellt.

Im Frühjahr war bekannt geworden, dass Twitter eine Übernahme Soundclouds geprüft hatte, letztlich davon aber abgerückt war. Der hohe Preis, vor allem aber die unklare Rechtslage für die auf Soundcloud hochgeladenen Musikstücke waren der Grund. Daran war auch schon im Vorjahr die ursprünglich geplante Zusammenarbeit bei dem mittlerweile wieder eingestellten Musik-Angebot Twitter Music gescheitert. Soundcloud arbeitet im Graubereich. Anfangs von semiprofessionellen Bands genutzt, um Demos ins Netz zu stellen, wird heute auf Soundcloud auch Musik hochgeladen, für die das Unternehmen keine Lizenzen hat. Die Verhandlungen mit den Plattenfirmen laufen, eine Einigung gibt es aber nicht.

Zugleich sucht Soundcloud trotz 250 Millionen Nutzern nach einem tragfähigen Geschäftsmodell. Zwar hat der Streamingdienst ein Bezahlmodell für professionelle Nutzer und Werbung eingeführt. Doch die Einnahmen sprudeln noch nicht. 2013 hat Soundcloud bei einem Umsatz von 11,3 Millionen Euro einen Verlust von 23,1 Millionen Euro angehäuft. Allerdings gilt Soundcloud als eines der bestfinanzierten Start-ups Berlins. Das 2007 gegründete Unternehmen hat 123 Millionen Dollar Wagniskapital eingesammelt.

Ob und wie sich die Kooperation mit Twitter auszahlt, ist unklar. Soundcloud sei der erste Partner, heißt es, aber nicht der einzige. Twitter will auch mit Apples iTunes kooperieren.