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So finden Sie die passende Kfz-Versicherung

Berliner Autofahrer können mehrere hundert Euro durch die Wahl des richtigen Anbieters sparen. Finanztest hat die Besten gekürt

Laut einer Umfrage des Versicherers LVM sind fast ein Viertel aller Autofahrer immer noch bei ihrem ersten Versicherer geschützt. Doch ihre Trägheit wird bestraft: Ihr Vertrag ist meist viel zu teuer. Laut den Berechnungen der Berliner Stiftung Warentest im aktuellen Finanztest-Heft sind Ersparnisse von mehr als 100 Euro, teilweise sogar bis zu knapp 900 Euro möglich. Verbraucherschützer empfehlen daher jeden Herbst die Preise zu vergleichen, da diese stark schwanken und die meisten Verträge zum 30. November zu kündigen sind.

Der Markt für Kfz-Versicherungen ist heiß umkämpft. Immer mehr Anbieter reißen sich um eine eher sinkende Zahl an Kunden und unterbieten sich mit günstigen Preisen. Vor allem Internetversicherer setzen etablierte Gesellschaften unter Druck. Hinzu kommen nun auch noch die Autohersteller, die Neuwagen versichern. Die Verbraucher haben daher leichtes Spiel und sollten dies ausnutzen.

Allerdings wollen die Anbieter nicht jeden Autofahrer versichern. Gerade Jüngere sind ihnen oftmals ein Dorn im Auge. Der Grund liegt auf der Hand: Fast jeder vierte Unfall mit einem Personenschaden wird von einem Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren verursacht – und das obgleich sie noch nicht mal zehn Prozent der Fahrleistung erbringen. Laut Finanztest schrecken daher Versicherer wie DirectLine (Teltow) und Concordia junge Menschen mit besonders hohen Preisen ab. Und auch die Beiträge der BGV Badischen Allgemeinen, der R+V und Zurich sind vergleichsweise hoch für diese Altersgruppe. Besonders günstig sind dagegen die Internetversicherer der Bavaria, des britischen Versicherers Admiral und der HUK, sowie DA Deutsche Allgemeine, Europa und GVV-Privat. Auch Axa, Mecklenburgische und Itzehoer sind verhältnismäßig preiswert.

Hohe Prämien für Ältere

Ältere sind bei den Versicherern ebenfalls nicht immer gerne gesehen. Laut Statistischen Bundesamtes tragen sie in drei von vier Unfällen, in die sie verwickelt sind, die Schuld. Versicherer wie Janitos, Alte Leipziger, Bayerische oder DEVK reagieren daher mit relativ hohen Preisen. Überdurchschnittlich günstig sind dagegen die Internetversicherer der Allianz, Allsecur, der Bavaria und der HUK, sowie Axa und WWK.

Für alle Altersgruppen schneidet bei Finanztest die DA Deutsche Allgemeine sehr gut ab. In der Haftpflichtversicherung ist zudem auch die Europa sehr günstig, Asstel-Plus und GVV Basis empfiehlt die Fachzeitschrift bei der Vollkasko.

Die Ersparnisse durch einen Wechsel sind enorm. So zeigen Musterrechnungen von Finanztest, dass die Tarife für einen Rentner, der eine Haftpflichtversicherung plus Vollkaskoversicherung abschließt, zwischen 683 und 1240 Euro im Jahr schwanken. Ähnliches gilt für einen Kunden mittleren Alters, der jährlich 35.000 Kilometer fährt: Hier liegt die mögliche Ersparnis bei etwa 871 Euro. Der günstigste Tarif ist mit 533 Euro bei dem Internetversicherer der HUK.

Laut einer Studie des unabhängigen Instituts für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Auftrag des Direktversicherers DirectLine bestehen sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen Einsparmöglichkeiten. Grundsätzlich sind die Prämien in der Stadt höher als auf dem Land, weil hier die Anbieter mit höheren Risiken kalkulieren. Um so mehr müssen Verbraucher aufpassen und können durch die Wahl eines geeigneten Tarif sich finanziell deutlich verbessern.

Am meisten sparen können Autofahrer in Berlin: Hier liegen die Unterschiede zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot durchschnittlich bei 1577 Euro. Zum Vergleich: In München und Hamburg sind es immerhin 1370 Euro, im schwäbischen Ravensburg 1,281 Euro und im schleswig-holsteinischen Elmshorn sind es 1156 Euro.

Träge Kunden, die bei ihrem Versicherer bleiben, werden auch in diesem Jahr voraussichtlich eine Beitragserhöhung hinnehmen müssen. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Anbieter die Preise angehoben. Das spiegelt sich in den steigenden durchschnittlichen Jahresprämien wider. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Prämieneinnahmen der Versicherer stark gestiegen. So lag das Plus 2013 gegenüber dem Vorjahr in der Haftpflicht bei 4,3 Prozent und bei der Vollkasko sogar bei knapp sechs Prozent. Auch 2011 und 2012 gab laut Daten des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) in Berlin starke Zuwächse.

Allerdings hatten die Versicherer in den sechs Jahren zuvor starke Einbussen hinnehmen müssen, aufgrund des intensiven Wettbewerbs, die dem Kunden, die bereit waren zu wechseln, zugute kamen. Den Markt für Autoversicherungen dominieren die Allianz und die HUK mit knapp 30 Prozent. Insgesamt gibt es in Deutschland laut der Bonner Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin knapp 60 Millionen Kfz-Versicherungsverträge.