Statistik

Unzufrieden am Arbeitsplatz

Umfrage: Mehr als 40 Prozent hadern mit ihrer beruflichen Laufbahn

Mehr Geld spielt als Motiv für einen Stellenwechsel nicht die ausschlaggebende Rolle. In erster Linie geht es Stellensuchern um neue Herausforderungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Das ergab eine Umfrage des Online-Jobportals Stepstone unter 2000 Fach-und Führungskräften, die das Portal besuchten. Stepstone gehört zum Medienkonzern Axel Springer („Bild“).

Auf die Frage: „Warum suchen Sie einen neuen Job“ nannten 34 Prozent der Befragten den Wunsch nach einer neuen Herausforderung. 30 Prozent waren auf Jobsuche, weil sie die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im aktuellen Unternehmen nur als eingeschränkt einschätzten. Aber auch das Gefühl der mangelnden Wertschätzung ist für 26 Prozent ein Grund, sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu begeben. Der Wunsch nach mehr Geld landet mit 25 Prozent erst auf dem vierten Platz der Wechselmotive, knapp gefolgt von der Einschätzung, man passe nicht so recht ins Unternehmen (22 Prozent).

Die Unzufriedenheit unter den Jobsuchern ist groß: Nur 59 Prozent sind mit ihrer Berufslaufbahn zufrieden, 41 Prozent sind nicht zufrieden. Mehr als die Hälfte der Befragten hat schon mindestens zweimal die Stelle gewechselt, jeder Zehnte hat sogar schon mehr als fünfmal an einem neuen Arbeitsplatz angefangen. Nur ein knappes Fünftel der Jobsucher hat noch nie gewechselt, ein Fünftel erst einmal. 60 Prozent der Jobsuchenden will im Jahr 2014 „auf jeden Fall“ den Arbeitgeber wechseln. 36 Prozent wollen nur dann die alte Stelle aufgeben, wenn sich ein attraktives Angebot ergibt.

Eine kleine Minderheit von vier Prozent will gar nicht wechseln, sondern möchte nur seinen Marktwert ermitteln. Drei Viertel der Befragten schätzten ihre Chancen bei der Jobsuche als gut ein. Stepstone fragte auch nach, wie lange die Bewerber schon auf Jobsuche sind. Jeder dritte sucht danach bis zu drei Monate, weitere 18 Prozent bis zu einem halben Jahr und 19 Prozent zwischen sechs und zwölf Monate.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, welche Erwartungshaltung die befragten Jobsuchenden mit einem Wechsel verbinden und welche Chancen sie sich dabei ausrechnen“, sagte Stepstone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers. „Für Arbeitgeber ist die Umfrage ein wichtiger Indikator für das neue Jahr, um sich in Zeiten des steigenden Fachkräftemangels im Wettbewerb um die besten Kandidaten optimal aufzustellen.“

Vor allem kleinere und mittlere Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten haben nach einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg große Schwierigkeiten, ihre Nachfrage nach Fachkräften zu decken. Fast jede vierte Personalsuche bleibt in einem Kleinbetrieb ohne Erfolg, mittlere Betriebe sind dagegen nur in elf Prozent der Fälle erfolglos und Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten finden sogar nur in zwei Prozent der Fälle keinen geeigneten Kandidaten. Das Problem der Kleinen ist die geringe Bewerberzahl, analysieren die Forscher.