Gesundheit

Bayer stärkt Forschung an Krebsmedikamenten in Berlin

Bayer baut seine Medikamentenforschung in der Krebsmedizin mit dem Kauf neuer Wirkstoffe aus. Von der israelischen Firma Compugen erwarb der Konzern Rechte an Molekülen, die bei der Steuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle spielen sollen, wie Bayer am Montag in Berlin mitteilte. Im Blickpunkt stehen zwei Substanzen der Israelis, die noch im vorklinischen Entwicklungsstadium stecken. Die Immuntherapie ist ein neuer Ansatz in der Krebstherapie, bei der das körpereigene Abwehrsystem angeregt werden soll, den Tumor zu bekämpfen.

Die in Berlin konzentrierte Krebsmedizin ist eines der Kerngebiete von Bayer im Pharmageschäft. „Die Immuntherapie gehört zu den Schwerpunktgebieten unserer Onkologieforschung. Durch die Partnerschaft mit Compugen erweitern wir unser Portfolio in diesem Bereich“, sagte Andreas Busch, der bei Bayer HealthCare in Berlin für die Erforschung neuer Arzneien in zuständig ist. Mehr als 4000 Mitarbeiter beschäftigt der Konzern in der Hauptstadt, ein Umsatzvolumen von rund zehn Milliarden Euro wird von hier aus gesteuert.

Mit dem Präparat Nexavar gegen Nieren- und Leberkrebs setzte Bayer im vergangenen Jahr 792 Millionen Euro um. Zu den Hoffnungsträgern gehören die in mehreren Ländern zugelassene Arznei Stivarga gegen Magen-Darm-Tumore und das in den USA zugelassene Xofigo zur Behandlung von Prostatakrebs. Beiden traut der Konzern in der Spitze über eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu.

Nach einer Vorauszahlung von zehn Millionen Dollar winken der Firma aus Tel Aviv weitere potenzielle Zahlungen von mehr als 500 Millionen Dollar, sollte die Entwicklung der Substanzen erfolgreich verlaufen. Schaffen es Medikamente auf den Markt, soll Compugen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an den Umsätzen beteiligt werden. Bayer besitzt dann die weltweiten Verkaufsrechte an den Arzneien.