Meldungen

WirtschaftsNews

Deutsche Telekom: Gewerkschaft spricht von Tyrannei bei T-Mobile USA ++ Daimler: Eigener Vorstand soll China-Geschäft ankurbeln ++ Lufthansa: Vorstandschef Franz attackiert Bundespolitik

Gewerkschaft spricht von Tyrannei bei T-Mobile USA

Der Streit zwischen der Deutschen Telekom und den Gewerkschaften über die Zustände bei T-Mobile USA steht vor der Eskalation. Ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder wirft der Telekom vor, sie lasse bei der US-Tochter ein Klima zu, in dem Mitarbeiterrechte verletzt würden. Die US-Mitarbeiter berichteten von einem „Klima der Tyrannei“. Schröder ist Telekom-Aufsichtsratsvize. Wie der „Spiegel“ berichtet, hätten Callcenter-Mitarbeiter „als sichtbares Zeichen ihres Versagens Eselsmützen tragen oder Strafarbeiten schreiben“ müssen. Das gehe aus einem Dossier hervor, das Schröder mit dem Chef der US-Kommunikationsgewerkschaft CWA, Larry Cohen, erarbeitet habe. Darin seien auch willkürliche Kündigungen dokumentiert. Die Gewerkschaften wollten nun eine öffentliche Kampagne gegen die Telekom starten. Telekom-Chef René Obermann widersprach den Vorwürfen.

Eigener Vorstand soll China-Geschäft ankurbeln

Die Konzernspitze von Daimler wird offenbar um ein Vorstandsmitglied für das Chinageschäft erweitert. Der Aufsichtsrat wolle auf der nächsten Sitzung die Vergrößerung des Daimler-Vorstands von sieben auf acht Mitglieder beschließen, berichtet der „Spiegel“. Ein Manager, der künftig das Chinageschäft steuern werde, solle aus dem Unternehmen in das oberste Führungsgremium aufrücken. Mit dem neuen Vorstand reagiert Daimler dem Bericht zufolge auf die schlechte Entwicklung des eigenen Chinageschäfts. Während die Konkurrenten Audi und BMW seit Jahren in China Absatzrekorde einführen, falle Mercedes-Benz auf dem chinesischen Automarkt immer weiter zurück. Konzernchef Dieter Zetsche könne sein Ziel, bis 2020 weltweit mehr Autos zu verkaufen als Audi und BMW, ohne eine stärkere Stellung in China nicht erreichen, hieß es.

Vorstandschef Franz attackiert Bundespolitik

Lufthansa-Chef Christoph Franz hat der Politik vorgeworfen, die Luftverkehrsbranche schwer zu beschädigen. Inzwischen gebe es in Deutschland keine Passagierfluggesellschaft mehr, die Gewinn mache, sagte Franz der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wir werden nicht mehr als Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft gesehen, sondern als Goldesel zur Abgabe von Steuern, als Emittent von Treibhausgasen und als Lärmquelle“, klagte er. Hilfe wünscht sich Lufthansa bei der Auseinandersetzung mit Spartengewerkschaften wie Ufo, die mit Streiks ganze Industrien blockieren könnten. „Da muss der Gesetzgeber aktiv werden, etwa Zwangsschlichtungen vorschreiben“, sagte Franz.