Fernsehen

Hauptstadtsender tv.berlin meldet Insolvenz an

Der Hauptstadtsender tv.berlin hat Insolvenz angemeldet.

Die Werbeeinnahmen hätten die Kosten des Sendebetriebes alleine nicht decken können, gab das Unternehmen bekannt. Von der Insolvenz sind 26 Mitarbeiter direkt betroffen. Der Sendebetrieb soll aufrechterhalten werden. Zuletzt hatte tv.berlin einen Vertrag mit Volks.TV, dem geplanten Verbund privater und regionaler Fernsehsender des ehemaligen RTL-Chefs Helmut Thoma, abgeschlossen. Ende September war die Vereinbarung ausgelaufen, das Projekt aber nicht realisiert. Seitdem hatte sich die wirtschaftliche Perspektive verschlechtert, so tv.berlin. Der Sender hatte demnach andere Konzepte für seine Zukunft entwickelt, brauchte dafür aber frisches Geld, worauf sich dich Gesellschafter insgesamt nicht einigen konnten.

Geschäftsführer Mathias Adler bedauert die Entwicklung sehr: „tv.berlin hat sich in den letzten Jahren im besonders wettbewerbsintensiven Berliner Markt gut entwickelt und sich einen festen Platz bei den Zuschauern in der Hauptstadt erkämpft. Diesen eingeschlagenen Weg hat unter anderem Axel Springer begleitet und befördert und wäre auch zu einer weiteren Finanzierung bereit gewesen.“ Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, Berliner Morgenpost) ist mit 27,4 Prozent an den Sender beteiligt, die Mehrheit hält Germany 1 Media AG, hinter der eine Gruppe von Investoren steht.

Der Sender hat eine bewegte Vergangenheit, die Anfänge reichen bis 1993 zurück. Seither hat er drei Insolvenzen überstanden, die letzte 2005. Als tv.berlin sendet er seit Anfang September 1997.