- Der Opel-Deal sei allerdings keine Überraschung, da Stronach stets darauf bedacht gewesen sei, sein Imperium auszubauen, erklärt Wayne Lilley, Autor einer nicht autorisierten Biografie des nach Kanada ausgewanderten Österreichers.

Stronach sei ein intelligenter Mann mit einer gewissen Selbstherrlichkeit, schreibt der Biograf. Ungeachtet seines großen Egos habe er sein Unternehmen für Autoteile aber mit Scharfsinn und Klugheit aufgebaut. "Sein Geschäftsverstand hat ihn sehr weit gebracht."

Der von Stronach gegründete Magna-Konzern ist mittlerweile der größte kanadische Automobilzulieferer. Die Opel-Einigung - der größte Deal in der Geschichte von Magna - führt den Auswanderer nun wieder in die Nähe seiner europäischen Wurzeln.

Der 76 Jahre alte Unternehmer stammt aus Österreich, wo er 1932 als Franz Strohsack in der Kleinstadt Weiz geboren wurde. Der Sohn eines Kommunisten wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und wanderte 1954 als Werkzeugmacher mit wenigen Dollar in der Tasche nach Kanada aus. Drei Jahre später gründete er ein Werkzeugunternehmen, das später auch mit der Produktion von Komponenten für die Autoindustrie begann.

Ende der 50er-Jahre schnappten sich Stronach und sein Partner Burt Pabst bei General Motors ihren ersten Vertrag für Autoteile: 300 000 Halterungen für Sonnenblenden. Zehn Jahre später ging Multimatic zusammen mit Magna Electronics in Magna International auf.

Heute regiert Stronach ein Unternehmensimperium mit mehr als 300 Produktions- und Entwicklungsstätten sowie Verkaufsbüros. Magna entwickelt und produziert Teile für fast alle namhaften Autohersteller und bezeichnet sich selbst als den am breitesten aufgestellten Zulieferer der Welt.

Der Konzern beschäftigt nach eigener Darstellung 82 000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Umsatz von 23,7 Mrd. US-Dollar (16,7 Mrd. Euro). Der Nettogewinn lag bei 71 Mio. Dollar. Stronach selbst gehört mit einem Vermögen von umgerechnet rund 468 Mio. Euro zu den 100 reichsten Kanadiern.

Mit Opel hofft er offenbar, den osteuropäischen Markt zu erobern. Dabei setzt er auf russische Hilfe: Neben Magnas Anteil von knapp20 Prozent soll die russische Sberbank 35 Prozent der Anteile an Opel übernehmen, so dass beide die Mehrheit an der deutschen Traditionsmarke halten. Bei General Motors sollen 35 Prozent bleiben, zehn Prozent sollen an die Opel-Beschäftigten gehen. Zudem ist der russische Autobauer GAZ als Kooperationspartner vorgesehen.

Im vergangenen Jahr war Stronach noch bei dem Versuch gescheitert, einen Fuß in die Tür des russischen Automarktes zu bekommen. Zudem wurde er bei dem Bemühen, bei Chrysler einzusteigen, von Cerberus aus dem Feld geschlagen.

Glücklos erschien der mehrfach ausgezeichnete Pferdezüchter auch bei einem anderen Vorhaben: Seine Magna Entertainment Corp., die 2000 als Betreiber und Eigentümer von Pferderennbahnen abgespaltet wurde, musste aufgrund sinkender Kartenverkäufe und Wetteinsätze Konkurs anmelden.